Die Oberbürgermeisterin Gabriele Zull hatte geladen und der Hölderlinsaal in der Schwabenlandhalle war voll. Wie jedes Jahr wurden hier auch verdiente Bürgerinnen geehrt (mit der Ehrenplakette). Es ist schon erstaunlich, was einzelne Ehrenamtliche so alles leisten. Eröffnet und abgeschlossen wurde das Ganze mit einem Tenor, der in Fellbach aufgewachsen ist und einem Musikprofessor aus Fellbach, der am Klavier begleitete. Zuerst wurden die Gäste mit Franz Schubert eingestimmt, zum Schluß gab es zwei Schlager aus den 1920ern. Als weiteren Höhepunkt konnte mensch die frisch gebackene mehrfache Weltmeisterin in der rhythmischen Sportgymnastik bewundern, sie ist aus Rußland und beim Leistungszentrum des TSV Schmiden angesiedelt. Umrankt von üppigem Blumenschmuck hielt Frau Zull eine flammende Rede, auch gegen Faschismus. Sie erklärte erstmals offiziell, daß sie im September wieder kandidiert zur Oberbürgermeisterin. Die Schnittmengen zwischen ihr und der SPD sind im Übrigen recht groß, sie ist ja parteilos.
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Hans Fickelscher zum 60.
Am 13. Dezember 2023 wurde der allseits bekannte und beliebte Jazzschlagzeuger und Perkussionist 60 Jahre alt. Er feierte am gleichen Tag abends beim Trompeter Matthias Schriefl als Zuhörer im Theaterhaus. Nach Zwischenstation beim Jazzbrunch im Freien Radio am 22.12.23 beging Hans das Ganze offiziell vor 400 Gästen am zweiten Weihnachtsfeiertag wiederum im Theaterhaus mit Größen der Jazzszene in Stuttgart und darüber hinaus. Dies war ein sehr kurzweiliger Abend mit einer großen Bandbreite vom Freien zum Zeitgenössischen zur Weltmusik. Berichtet hatten Stuttgarter Nachrichten, Fellbacher Zeitung, Rems-Zeitung, nur nicht die Waiblinger Kreiszeitung.
Am Meisten stolz ist er auf die frei improvisierten Aufnahmen seines Triologic mit Jasper van’t Hof am Bösendorfer und Greetje Bijma Gesang im legendären Studio MPS in Villingen-Schwenningen, erschienen als Langspielplatte. Hans Fickelscher ist Fachbereichsleiter Jazz/Rock/Pop an der Fellbacher Musikschule und hat viele Jahre in Schmiden gewohnt.
Weihnachten 2023
Alle Jahre wieder kommt die Seniorenweihnachtsfeier in den Hölderlinsaal der Schwabenlandhalle. Auch dieses Mal wurden alle über 80jährigen Fellbacherinnen mit Bussen abgeholt und hingefahren. Bei den Ehrengästen saßen am SPD-Tisch das Ehepaar Linde und Dieter Kant (Alt-Kreis- und Stadtrat) sowie Stadtrat Hans-Peter Krause und der Stadtrat Armin Fischer. Umrahmt vom Friedrich-Schiller-Gymnasium hielt Oberbürgermeisterin Gabriele Zull (parteilos) erneut eine ergreifende Rede. Christine Hug, Amtsleiterin Soziales und Teilhabe, hatte alles organisiert und moderiert. Sie war immer wieder begeistert von den Darbietungen auf der Bühne. Es gab chinesische Tänze, Ballett (beide TSV Schmiden), der CVJM Posaunenchor begleitete das Singen eines Weihnachtslieds, Das Ehepaar Okker trug die Weihnachtsgeschichte von Peter Rosegger zu Scherenschnitten vor. Und die evangelische Pfarrerin Angelika Hammer aus Schmiden hielt eine zupackende Ansprache.
Allen Leserinnen dieser Seite und darüber hinaus wünsche ich entspannte Feiertage. Wer weiß, wie lange wir noch in Frieden leben dürfen.
33. Offene Bühne
Die jüngste Ausgabe mit talentierten Künstlerinnen im Kunstvereinskeller ging im Dezember 2023 über die Bühne. Uwe Kasner hat wie immer witzig und gekonnt moderiert, Doris Finkelmeier hat geladen, es war eine familiäre Atmosphäre. Begonnen hatte Sascha Santorineos aus Stuttgart, der seine deutschen Texte zum Alltag mit Gitarre und Mundharmonika begleitete. Danach dann der Dichter Dietmar Wielgosch aus Kaufbeuren, der seine eigenen Reime frei und auswendig vortrug. Dritter Punkt war Sabrina Catowiez aus Bamberg an der elektronischen Saz (das ist eine türkische Langhalslaute und schwer zu spielen). Dazu sang sie mit tiefer Stimme und operierte dazu mit elektronischen Schlaufen. Nach der Pause stieg dann ich auf die Bühne und trug meine Politik- und Liebesgedichte vor. Gelächter beim „Helmutunser“ und Raunen bei „die Pflanze in mir“. Abschließend dann das Trio MoRe & Friends mit Gitarre, Cajon und Gesang aus Tübingen/Aichwald mit Musik von Wolle Kriwanek bis Hawaii.
WuF
Dies ist die Abkürzung des Komikerduo Woody und Flo. Beide sind in Fellbach aufgewachsen und aus der Freundschaft aus dieser Zeit haben sich Benjamin Holzinger und Florian Ladenburger zusammengefunden um die Bühnen des Planeten zu erobern. Beide Multiinstrumentalisten arbeiten bei ihren Auftritten mit Sprachspielen. Dazu singt Benjamin und Florian begleitet ihn auf der Ukulele, der Kleingitarre. Beide treten hin und wieder in Fellbach und Umgebung auf, zuletzt für die Kultour Schmiden im Orfeo, wo normalerweie das hervorragende Programmkino im Gewölbekeller seine Filme zeigt.
Ein bekanntes Beispiel aus ihrem Programm: „Marmor, Stein und Eisen bricht“ ist falsch. Richtig müßte es heisen: „Marmor bricht, Stein bricht und Eisen bricht“. Oder „Marmor, Stein und Eisen brechen, aber unsere Liebe nechen“. Also so ganz unkompliziert und logisch erfreuen die zwei ihr Publikum. Also nicht den nächsten Termin verpassen und ihr Buch kaufen, das Konzept beider ist einzigartig. https://woodyundflo.de/
Kultur
Fellbach hat eine einzigartige, wunderbare, vielfältige Kulturlandschaft. Abgesehen vom Wein möchte ich an erster Stelle das Kulturamt von Maja Heidenreich erwähnen mit Stadtmuseum (Ursula Teutrine), Galerie der Stadt (Doktor Heribert Sautter) und zahlreichen Theatergastspielen in der Schwabenlandhalle. Hinzu kommen viele weitere Angebote und die alle drei Jahre wechselnde Triennale Kleinplastik, der Mörike-Preis und Europäische Kultursommer. Die Kulturgemeinschaft unter Führung von Christa Linsenmaier-Wolf legt auch auf allen Kulturgebieten einiges nach. Der Kunstverein glänzt mit seinen Künstlerinnen unter Tina Matsen mit Kunststückle und eigenem Keller. Bernd Kuhn leitet das Kunstwerk, der Ateliergemeinschaft mit seiner speziellen Galerie. In Oeffingen angesiedelt ist der Besinnungsweg mit epochalen tonnenschweren Kunstwerken geschaffen von kreativen Menschen mit Weltrang (geleitet von Paul Rothwein). Und in Schmiden haben wir die Kultour unter Pianist Kai Müller, hier wird der Hauptstrom bedient. Dann gibt es noch die Musikschule unter Matthias Kuch, die Stadtkapelle mit Florian Ladenburger und zahlreiche weitere Musikgruppen und viele Chöre. Und es gibt noch viel, viel mehr in der Kappelbergstadt. Alle Menschen, die hier leben und nicht genannt wurden, sind genauso wichtig wie die Vorsitzenden.
Die wenig beschwingenden Zahlen zum Fellbacher Haushalt 2024 sind nun öffentlich. Es soll keinen finanziellen Kahlschlag bei der Kultur in der Stadt geben. Die SPD wird dies zu verhindern wissen. Drei Jahre Schweiß floß in die neue Vereinsförderrichtlinie um die unterschiedlichen Vereine einigermaßen gerecht von der Stadt aus mit zu finanzieren. Nicht nur der Hochleistungs- sondern auch der Breitensport muß ohne Einbußen gefördert werden. Die SPD setzt sich für die Wirtschaft, Religionen, Soziales, Ökologie und nicht zuletzt die Kultur ein. Letztere hat es recht schwer, da sie nur mit staatlichen und privaten Zuschüssen handlungsfähig ist. Und sie ist ein wichtiger Standortfaktor für Arbeitsplätze. Ohne sie sähe es düster aus. Nein, hier wird gesungen, musiziert, gelacht, gemalt, gemeißelt, gedreht, inszeniert, rezitiert, geschrieben. Angesichts der Flaute auf dem Baumarkt und der damit verbundenen Wohnungsnot ist es dringend geboten, die Pflanze Kultur nicht umzumähen. Unsere vielen tollen Vereine zusammen erhöhen die Lebensqualität als Alternative zur Glotze, die zugegebenermaßen Sender wie arte, 3sat und Phoenix hervorgebracht hat.
Kosovo-Pakt
Wir waren neulich fünf Künstlerinnen aus Fellbach über den Kunstverein zu Besuch in Suhareke. Um das berühmte Fellbach-Haus dort bei uns bekannter zu machen, haben wir, angestoßen von Gerlinde einen Pakt geschlossen. Wir wollen eine Reisegruppe aus der Kappelbergstadt während des Festari im September 2024 in den Kosovo schicken und von der befreundeten Stadt Suhareke aus Ausflüge machen.
Unter dem Motto „das Fellbach-Haus: ein Leuchtturm in der Welt“ wollen wir darstellen, welche bedeutenden Persönlichkeiten dieses Kulturzentrum hervorgebracht hat. Die Städte Fellbach und Suhareke können stolz darauf sein, was hier mit bescheidenen Mitteln in den letzten 20 Jahren nach dem Krieg geleistet wurde. Beispielhaft seien hier Marion Maiwald, Mejtim Bytyqi, Refki Gollopeni und Fadil Hamzaj genannt.
Wir, das sind Peter, Gerlinde, Hannelore, Helmut und ich, wollen im kommenden März eine Informationsveranstaltung im Rathaus-Foyer durchführen mit Essen und Diaprojektionen. Damit werden wir unsere große Reise bewerben. Wenn dich das interessiert, kannst du natürlich jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen https://www.kunstverein-fellbach.de/
Im Kosovo leben 2 Millionen Menschen. Die Hälfte davon arbeitet im Ausland, viele in Deutschland und der Schweiz. Die Kosovaren sind sehr gastfreundliche und fleißige Menschen. Und der Überfall auf die eigene Provinz durch die Serben wurde mit der Bombardierung Belgrads durch die NATO beendet. Seither sorgen die KFOR-Truppen für Ruhe. Der letzte Vorfall in Mitrovica wurde weltweit hochgekocht, ein kosovarischer Polizist und drei serbische Söldner kamen ums Leben. Ansonsten sind die Kriegsspuren allesamt beseitigt, damals waren alle Häuser zerstört und die Menschen flüchteten sich in die Berge.
Besinnungsweg
Der befindet sich am östlichen Ortsrand von Oeffingen hinaus zu den Feldern. Der Unternehmer Paul Rothwein (25 Jahre CDU-Stadtrat) hatte gemeinsam mit Oberbürgermeister Friedrich-Wilhelm Kiel (FDP) 1980 die Idee gehabt, epochale Kunstwerke auf die Äcker zu stellen. Alle Objekte wurden bei bedeutenden Weltkünstlerinnen in Auftrag gegeben. Mensch hatte sich Kunstschaffende herausgesucht, die an der Biennale Venedig oder der Documenta Kassel beteiligt waren. Im Falle von Oeffingen kamen fast nur tonnenschwere Plastiken heraus, sehr unterschiedlich in der Gestaltung, aber alle beeindruckend groß und zum Nachdenken anregend. Der gesamte Fußweg von und zu den Skulpturen beträgt 4 Kilometer. Getragen wird das Ganze von einem Förderverein. http://www.besinnungsweg-fellbach.de
Kunststückle
Hierbei handelt es sich um ein brachliegendes Stück Acker, das im Besitz vom Pflanzen Kölle und der Gärtnerei Welz ist und dem Kunstverein überlassen wurde, das ist mittlerweile 4 Jahre her. Dort steht ein Bauwagen, eine Bühne, Sitze, Riesige Planen mit Kunswerken von bedeutenden Fellbacher Künstlerinnen. Und der Mount Öschbach, ein Hügel, auf dem in Sand gemeißelte Gesichter dreier Oberbürgermeister und von Birgit Held sind, die bis vor Kurzem Stadtteilleiterin für Schmiden und Oeffingen war und unter anderem auch der Kopf hinter den Weltwochen war. Das Ganze ist dem Mount Rushmore nachempfunden, wo vier Präsidenten der Vereinigten Staaten hineingemeißelt sind und gestaltet von Peter Heindorff. Die neue Saison wurde von einem wunderbaren Folk-Duo eröffnet, eine Delegation aus Suhareke mit Kulturamtsleiterin und vier Künstlern aus dem Fellbach-Haus verbrachte an diesem lauen Frühlingsabend ihren letzten Besuch vor dem Abflug zurück in den Kosovo. Das Grundstück befindet sich an der Stadtbahnlinie U1 zwischen den Haltestellen Esslinger Straße und Schwabenlandhalle, nördlich des Jugendhauses und der Boccia-Bahn.
Offene Bühne
Der überaus rührige Kunstverein, der zwei Orte in Fellbach bespielt, den legendären Kunstvereinskeller beim Rathaus und das Kunststückle beim Kölle, integriert jede Menge lokale Künstlerinnen in seine Arbeit. Gegründet vom verstorbenen und langjährigen Stadtrat (FW/FD) Knut Matzen, leitet nun seine Tochter Tina Matzen die Geschicke als Vorsitzende.
Ein Aushängeschild für junge und alte Nachwuchskünstlerinnen ist die Offene Bühne, die mittlerweile zum 31. Mal stattfand. Der überragende Moderator macht das für umsonst, die auftretenden Künstlerinnen werden angemessen entlohnt. Vom Geigen- und Gitarrenduo, über eine Solokünstlerin wiederum an der Geige, über das Eigengewächs Franzi Doktorin mit eigener Poesie. Nach der Pause boten dann die minderjährigen Blues Boys ihren ersten fulminanten Auftritt, mit Blues-Covern. Zum Schluß dann noch ein schwäbischer Liedermacher an der Gitarre, der eigene Kompositionen darbot (auch auf hochdeutsch) und von allen den sichersten Auftritt bot. Die nächste Offene Bühne ist am 12. Oktober 2023.