KunstWerk im Radio

Gestern früh zuerst im Radio. Hermann und Aline mußten absagen, so daß ich mit Dieter alleine die Sendung bestritt. Also der halbe Vorstand. Meine Wunschtitel waren Miles Davis Mystery. Mit diesem Stück eröffne ich immer die Galeere, bei der ich der Steuermann bin und die in die Kolonien hinausrudert. Und Laguna Veneta vom Henri Texier Azur Quintet, Filmmusik von Bernard Hermann und Zbigniew Preisner. Von Dieter stammten Musikwünsche wie Sex Machine von James Brown. Den hat er mehrmals noch erlebt. Und zum Schluß die Rhapsody in Blue von George Gerswhin. Und dazwischen den Feuervogel von Igor Strawinsky.

Hier die Vorstellung von Hermann Pflüger, erster Vorsitzender: Ich mache täglich 2 Stunden Sport, arbeite 3 Stunden in meinem Atelier als bildender Künstler und arbeite 3 Stunden an meinen Forschungsprojekten (Zusammenwirken von Geisteswissenschaften mit der Informatik). Für ihn haben wir Time von Pink Floyd und Stan Getz gespielt.

Kunst ist ein gesellschaftliches Phänomen: Damit Kunstwerk Kunst ist brauchte drei Akteure die Künstler, die Kunstwerke erschaffen, die Gesellschaft oder ein Teil davon, der die Kunstwerke als Kunst wertschätzen und Institutionen, die Arbeiten der Künstler zur Gesellschaft bringen. Zu den letzteren gehört das KunstWerk Fellbach. Jedes Jahr stellen mehr als 30 Künstler in der Galerie ihre Arbeiten vor, und mehr als 500 Leute besuchen jährlich die Ausstellungen.

Dann noch die Vorstellung unserer Schriftführerin Aline: Ich bin Aline Barge, autodidaktische Künstlerin und lebe und arbeite in der Region Stuttgart. Ursprünglich komme ich aus Frankreich – und wahrscheinlich erklärt das schon ein bisschen meine Liebe zu Farbe, Licht und Bewegung.

Ich male vor allem expressive figurative Arbeiten: Stadtbilder, Szenen aus dem Alltag und Porträts. Dabei interessieren mich besonders die kleinen Momente, die man im Vorübergehen erlebt – ein Lichtreflex, eine Bewegung, eine Begegnung oder eine Stimmung. Meine Inspiration kommt viel vom Reisen und von unterschiedlichen Kulturen. Deshalb finden sich in meinen Arbeiten ganz unterschiedliche Orte und Eindrücke wieder – von Stuttgart und anderen europäischen Städten bis hin zu Motiven aus Asien. Neben der Malerei gehört auch Urban Sketching zu meiner künstlerischen Praxis.

Ich bin seit Ende 2024 im KunstWerk Fellbach aktiv und freue mich sehr, jetzt auch Verantwortung im Vorstand zu übernehmen. Besonders wichtig ist mir dabei, dass Kunst nicht nur im Atelier stattfindet, sondern dass wir als Verein sichtbar sind, miteinander arbeiten und einen lebendigen Ort für unterschiedliche künstlerische Positionen schaffen.

Und weil Musik für mich zum Malen dazugehört, habe ich fünf Stücke ausgewählt, die jeweils eine andere Seite von mir zeigen: Erinnerungen an Frankreich und meine Studienzeit, Musik zum Malen, ein bisschen Sommer und Leichtigkeit – und auch die Erinnerung daran, seinen eigenen Weg zu gehen und nicht jedem „Hype“ folgen zu müssen.

Lindsey Stirling – Carol of the Bells: Ein Stück, das ich sehr gerne beim Malen höre – treibend, rhythmisch und mit einer ganz eigenen Energie.  Indochine – L’Aventurier: Großer Hit aus Frankreich aus meiner Studienzeit – Party, persönliche Erinnerungen und der „Abenteurer“, der sich mit asiatischen Akzenten auf eine Reise begibt. twenty one pilots – The Hype: ich mag den Gedanken, dass man als Künstler nicht ständig dem folgen sollte, was gerade Aufmerksamkeit bekommt, sondern seinen eigenen Weg finden muss. Bleu Soleil x Luiza – Soleil Bleu: Ein französischer Song, den ich erst kürzlich entdeckt habe – Sommerfeeling, Leichtigkeit – höre ich gerne beim Malen. Sam Smith – Like I Can: Ein Song, den ich wegen seiner emotionalen, leicht melancholischen Stimmung mag – eine andere, ruhigere Seite meiner Playlist.

Dank an den gesamten Vorstand, alle haben mitgemacht, entweder in Studio 1 oder am Rechner. Wir schauen dann, ob wir eine neue Sendung mit allen 4 zusammenbekommen. Einen Mitschnitt bekommst du über mich. https://kunstwerkfellbach.gallery/

Gee Hye Lee in der Kiste

Die Überfliegerin von der Musikschule in Fellbach trommelte am 1. August 2026 ein Quintett mit herausragenden Jazzmusikerinnen zusammen. Als da waren Ameli Schuster (voc) aus Berlin, Jakob Bänsch (tp) aus Köln und die Rhythmusgruppe bestand aus drei Stuttgarterinnen: Joel Locher (b), Marcel Gustke (dr) und eben Gee Hye Lee (p). Die Fünf legten an diesem lauen Sommerabend los, daß es eine Freude war. Schweißtreibend und zupackend. Der Stuttgarter Jazzclub Die Kiste, in der Gee vor Jahren ihre legendären Geenious Mondays veranstaltete, bot diesem Ausnahmetalent mal wieder eine Plattform. Hot nights, cool music war das Konzert überschrieben und nicht zu viel versprochen, die Kiste mit Stehplätzen und Barhockern, vor zwei Jahren umgebaut, war rappelvoll. Wenn du das Konzert verpaßt hast, Augen auf, Gee spielt immer wieder in den Jazzclubs in der Region Stuttgart.

Werner und Fellbach

Heute bekamen Eric Gauthier und Werner Schretzmeier im Theaterhaus die Blechmedaille der Stadt Stuttgart verliehen vom Oberbürgermeister Doktor Frank Nopper. Dieser hatte in seiner unnachahmlichen Art in seiner Dankesrede Werner den Industriemechaniker aufgesprochen, er ist aber Industriekaufmann. Und aus dem Gassenhauer Dirty Dishes machte er Dirty Wishes. Nun gut. Zu diesem bescheidenen Anlaß wurde die Johnny Cash-Truppe aufgefahren, das Patrick Bebelaar-Trio, die Schauspielerinnen, alle 22 Tänzerinnen, die Kulturjournalistin Adrienne Braun und mehr.

Werner Schretzmeier hst folgende Dinge verbrochen: die Widerständler, Manufaktur, Hammerschlag, der goldene Sonntag, Hofmanns Geschichten, Theaterhaus, Jazz Gipfel, Osterjazz, United Jazz and Rock Ensemble, Mood Platten und so fort.

Gudrun wohnte seinerzeit im Hochhaus in Schmiden. Werner ist dort bei ihr eingezogen. Es übernachteten dort nach dem Konzert in der Manu unter anderen Ozzy Osborne. Die Nachbarinnen haben Gudrun Schretzmeier gemobbt, da sie keine Vorhänge in den Fenstern hatte. Sie leitete die Kostümabteilung beim SDR, Werner war dort als Autodidakt Regisseur.

Der ehemalige Fellbacher OB Guntram Palm hat Werner unter seine Fittiche genommen und den Burschen gefördert. Er erkannte das Talent. Ansonsten wäre aus ihm ein Zahnpasta-Produzent geworden.

Der Deutsche Jazzpreis geht nach Fellbach

Groove Inclusion ist eine Formation, bei der Menschen, die behindert werden und Normalos zusammen Jazz machen. Nun haben die Gründerinnen Hans Fickelscher, Fachbereichsleiter an der Fellbacher Musikschule und Rosa Budziat, ehemalige Leiterin der Volkshochschule Unteres Remstal, endlich die Ernte eingefahren. Vorgestern bekamen sie mit Ihrer Truppe den Deutschen Jazzpreis 2026 in der Kategorie Teilhabe vom konservativen Staatsminister für Kultur, Wolfgang Weimer, verliehen. Nicht nur die Fellbacher SPD, die den Jazz im Gemeinderat tapfer hoch hält, gratuliert sondern auch Jazz funkt im Freien Radio für Stuttgart, wo Hans und Rosa schon ein paar Mal zu Gast waren.

International Quarteto Brasil

Beim traditionellen Oktober-Jazz-Wochenende des Fellbacher Kulturamts im Großen Haus (Orfeo Kino) trat nach einem ausverkauften Beatles-Projekt um Ull Möck (p) am Freitag ein ebenfalls ausverkauftes brasilianisches Projekt am Samstag um die rührige Fauzia Maria Beg (Tübingen) auf. Sie hat sich ein hochkarätiges Quartett zusammen gestellt: sie selbst aus Mumbai (Indien)(voc, perc), Lorenzo Petrocca aus Italien (g), Yaron Stavi aus Israel (b) und Stefan Koschitzki (ts,fl,pandeiro) aus Ludwigsburg. Es ertönte bis auf eine indische Ausnahme ausschließlich brasilianische Musik von Antonio Carlos Jobím, Djavan, Baden Powell und mehr. Passend dazu gibt es eine aktuelle Kompaktscheibe ‘Ai que saudade’ mit den vier Überfliegerinnen.

Von Fellbach in die Welt

Die Sendung “Galeere” jeden zweiten und vierten Freitag im Monat von 9 bis 11 Uhr morgens. Natürlich im Freien Radio für Stuttgart http://www.freies-radio.de in ganz Fellbach über Antenne 99,2 mit einer Woche Mediathek. Wir senden rund um die Uhr ohne Werbung und ohne Nachrichten. Es gibt reine Musiksendungen zu allen unmöglichen Stilen, Einwanderinnensendungen und die Inforedaktion werktags von 18 bis 19 Uhr.

Von Kolonie zu Kolonie rudern wir Sklavinnen. Unser Ausgangspunkt ist das KunstWerk in Fellbach mit vielen Künstlerinnen-Ateliers und einer tollen Galerie https://kunstwerkfellbach.gallery/ Wir beackern den Kolonialismus mit Musik und Texten. Und stellen die von Westeuropa rücksichtslos ausgebeuteten Erdregionen in den Mittelpunkt. Immer mit spannenden Studiogästinnen aus Fellbach und darum herum mit Weltmusik, Jazz, Klassik und Pop. Einschalten nicht vergessen, Danke!

Ull Möck (p) im Stadtmuseum

Ursula Teutrine ist der umtriebige Kopf hinter dem Fellbacher Stadtmuseum. Sie hat erneut den bedeutendsten Klavierspieler aus Stuttgart engagiert. Anläßlich der aktuellen Ausstellung Städtisches Zeichnen bot für eine Stunde im vollen Vorraum Ull Möck sein ganzes Können mit Auszügen aus der Jazzliteratur dar. Es gab eine Reise von Fellbach, beginnend mit dem Fellbach-Lied (Eröffnungsmusik der eingestellten Fellbächerin im FRS), hinaus in die weite Welt nach Spanien (Chick Corea), Tunesien (Dizzy Gillespie), Ipanema (Antonio Carlos Jobim), San Franzisco, Harlem (A-Train) und noch vielem mehr. Ull interpretierte mit viel Improvisation zwischen den einzelnen Orten. Und er benannte die jeweiligen Komponisten.

Ausstellung

Mein Jahreshöhepunkt 2024 war die gemeinsame Kunstausstellung von Anita Dietrich und mir. Mit mittlerweile 57 Jahren habe ich zum ersten Mal meine Bilder der Öffentlichkeit (in der Galerie des KunstWerks Fellbach) präsentiert. Das Ganze über 3 Wochenenden im September/Oktober.

Die Vernissage war rappelvoll. Auch dank der Berichterstattung am gleichen Tag in der Fellbacher Zeitung. Der Jazzprofessor Gregor Hübner (New York City) bot als Umrahmung drei Stücke auf der Geige: African Heartbeat, eine Eigenkomposition, Siciliana von Johann Sebastian Bach und Lonely Woman von Ornette Coleman. Die Einführung erfolgte durch Doktor Dietrich Heißenbüttel, Journalist und Kunsthistoriker aus Esslingen. Seine Vorlesung war sehr durchdacht und kenntnisreich. Danach stärkten sich die Gäste mit Sekt und Minibrezeln.

Anita und ich verkauften ein paar Bilder und bekamen jede Menge Besuch, die Tage danach. Anita, eine große Nummer, ist Dozentin für Grafik und Mode. Ihre Schüler und die Schulleiterin kamen. Von mir Freundinnen und Verwandte. Hier gibt es eine Diaschau meiner herausragenden Bilder: https://www.youtube.com/watch?v=PcGSjOgqcn4 von meinem Klavierspiel unterlegt (78 Minuten).

Ich bin mal gespannt, wo und wann meine nächste Ausstellung stattfindet. Jedenfalls werde ich auch als zweiter Vorsitzender des KunstWerks viele spannende Erlebnisse und Begegnungen haben.

Radiopredigt

Vorletzten Sonntag wurde ein Gottesdienst aus der evangelischen Johanneskirche in Oeffingen vom Deutschlandfunk übertragen. Dieser Radiosender ist auf alle Fälle der beste in der Republik. Die Predigt hielt Pfarrer Markus Eckert in seiner Kirche. Er war wie schon der Perkussionist Hans Fickelscher bei der Fellbächerin im Freien Radio zu Gast. Letzterer musizierte bei der Übertragung an der spanischen Cajon mit einem Saxophonisten und einer Sängerin im Trio. Und er ist Kurator bei der Jazzreihe Soul Food, die in eben dieser Kirche schon seit Jahren zelebriert wird mit Ansprache und Brezel und Wein. Markus Eckert hat bereits Erfahrung als Rundfunkpfarrer. Seine Predigt führte uns zu einer Wanderung durch die Berge, die er im Herbst absolviert hat. Sie war wie immer zupackend und klar formuliert.

Hans Fickelscher zum 60.

Am 13. Dezember 2023 wurde der allseits bekannte und beliebte Jazzschlagzeuger und Perkussionist 60 Jahre alt. Er feierte am gleichen Tag abends beim Trompeter Matthias Schriefl als Zuhörer im Theaterhaus. Nach Zwischenstation beim Jazzbrunch im Freien Radio am 22.12.23 beging Hans das Ganze offiziell vor 400 Gästen am zweiten Weihnachtsfeiertag wiederum im Theaterhaus mit Größen der Jazzszene in Stuttgart und darüber hinaus. Dies war ein sehr kurzweiliger Abend mit einer großen Bandbreite vom Freien zum Zeitgenössischen zur Weltmusik. Berichtet hatten Stuttgarter Nachrichten, Fellbacher Zeitung, Rems-Zeitung, nur nicht die Waiblinger Kreiszeitung.

Am Meisten stolz ist er auf die frei improvisierten Aufnahmen seines Triologic mit Jasper van’t Hof am Bösendorfer und Greetje Bijma Gesang im legendären Studio MPS in Villingen-Schwenningen, erschienen als Langspielplatte. Hans Fickelscher ist Fachbereichsleiter Jazz/Rock/Pop an der Fellbacher Musikschule und hat viele Jahre in Schmiden gewohnt.