Neues Jahr, neues Glück?

Alle Fellbächerinnen wünschen sich den Wohlstand zurück. Die Senkung von Haushaltsausgaben allein reicht nicht. Wir müssen uns jedoch bewußt sein, daß die Sonderaktion des Zaren unsere aus den Kolonien geklauten Rohstoffe mitsamt den Verbrechen der Nazis nicht wieder wett machen. Will heißen, daß es auch in 2026 keinen Wohlstand mehr geben wird. Der ist definitv Geschichte. Wenn wir uns geschickt anstellen, bringt uns diese Erkenntnis eine bessere Lebensqualität, die nicht auf Kosten anderer, seien sie noch so weit entfernt, wirtschaftet. Der internationale Faschismus bietet hier falsche Antworten. Die wollen sich mit Haß und Rassismus ihre Taschen vollstopfen auf Kosten unserer Demokratie. Die Antwort auf all das ist Respekt vor dunkelhäutigen Menschen.

Fellbacher Zeitung

Die Unterabteilung der Südwestdeutschen Medienholding residiert seit ein paar Jahren am Bahnhof. Sie kämpfen gegen die Digitalisierung an, jedoch vergeblich. Das Ergebnis ist die Seite „bei uns daheim“ wo lokale Vereine angehalten sind, kostenlos Berichte abzuliefern, die dann im Netz landen und es eine Plattform zum Gedankenaustausch darstellen soll. Das Fernziel gibt der Springer-Konzern vor: abstoßen von Druckprodukten und alles dafür ins Netz zu verlagern. Daß dies nicht allzu originell ist, bestimmt die taz (tageszeitung inoffizielles Organ der Grünen und Steineristinnen) mit der Auflösung der Zeitung vor ein paar Wochen und der Verlagerung ins Netz.

Zum Glück wird in Fellbach noch vom Gemeinderat berichtet, der Lokalsport hat seine Leserinnen. Aber bitte verschont uns mit der Plattmachung dieses gedruckten Kleinods, wovon die anderen Zeitungen im Rems-Murr-Kreis nur träumen können. Zugegeben ist das Abonnement teuer, aber diese Investition lohnt sich für alle poltitisch denkenden Menschen. Erst recht für unsere Demokratie.

Friede für Fellbach

Dieses Weihnachten 2025 wünschen wir uns gegenseitig alle Frieden. Kein Mensch wagt seinem gegenüber den Krieg an den Hals. Im Zeichen des Kreuzes werden Menschen entweder versklavt oder befreit. Alles eine Folge des Kolonialismus, der noch lange nicht zu Ende ist. Rekordzahlen bei Flüchtlingen, Millionen Tote durch die Klimakatastrophe. Krieg überall, sogar in Europa.

Wenn wir die Autokraten lebenslänglich wegsperren haben sich diese Dinge erledigt. Das hört sich verwegen an, ist aber möglich, wenn die Vereinten Nationen durch ein Weltparlament (800 Sitze, jeder Abgeordneter demokratisch gewählt von je 10 Millionen Bürgerinnen) ersetzt werden, der Sicherheitsrat durch eine Weltregierung. Und sobald irgendwo ein Narzißt die Herrschaft antreten will, durch eine Weltarmee entfernt wird.

Weihnachtsfeiern 2025

Drei Ehrenämter, drei Weihnachtsfeiern: den Auftakt veranstaltete die Fellbacher SPD am ersten Advent. Es war wie immer der Jahreshöhepunkt, abgesehen von der Bundestagswahl. Andreas Möhlmann berichtete aus dem Gemeinderat und dem abgelaufenen Jahr. Dazu gab es Ehrungen für runde alte Geburtstage und jahrzehntelange Mitgliedschaft mit Gutscheinen von der Stadtvermarktung. Und es gab erstmals ein türkisches Buffet mit leckeren Speisen. Und die 30 Genossinnen fanden sich erstmals im Amandus-Saal der Fellbächer Weingärtnerinnen zusammen.

Das KunstWerk veranstaltete anstatt einer Weihnachtsfeier am zweiten Advent einen Tag der offenen Ateliers. Die meisten Künstlerinnen hier sind weiblich. Gute Gespräche auch hier.

Im Radio geht der Betrieb durch ohne Nikolaus und ohne Christkind. Egmont Müller übernimmt meine Galeere am 26.12.25 mit profaner Musik.

Dann noch die Weihnachtsfeier im Theaterhaus: das Restaurant platzte aus allen Nähten, im Collina gab es italienisches Buffet. Werner Schretzmeier verteilte Ehrungen für jahrzentelange Mitarbeit.

Gökay Sofuoglu

Freitag, 12. Dezember 2025 9 bis 11 Uhr morgens im Freien Radio für Stuttgart 99,2 Antenne oder www.freies-radio.de mit 7Tage-Mediathek: Gökay Sofuoglu zu Gast bei der Galeere mit Steuermann Armin Fischer:

Er ist der bekannteste Einwanderer in Fellbach nach Sami Khedira. Sofuoglu ist Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland und ein gefragter Gesprächspartner in allen Medien, Deutschlandfunk, arte journal, Kulturzeit (3sat) zum Beispiel. Er hat das Haus 49 in Stuttgart-Nord gegründet und lange geleitet. Dort kümmert mensch sich um Einwanderinnen-Kinder. Er sitzt für die SPD im Fellbacher Gemeinderat. Der Genosse amokfisch aus der gleichen Partei lädt ihn ins Radio ein. (Gökay Sofuoglu – Startseite)

VfB Fellbach

Was hat der Verein am Wasen mit Fellbach zu tun? Ganz einfach: der Deutsch-Tunesier Sami Khedira stammt aus Oeffingen, wo er beim TV genauso wie sein Bruder Rani (Union Berlin) seine Karriere gestartet hatte. Sami war dann mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister 2007 und Weltmeister 2014. Unvergessen das 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien, hier hatte Sami einen großen Anteil und auch ein Tor geschossen. Im Finale tat sich die deutsche Mannschaft schwer gegen Argentinien, auch weil Sami verletzt war und nicht spielen konnte, bis dann in der Verlängerung Schürrle mit einem Paß auf Götze verlängerte und der das einzige Tor in diesem Spiel schoß.

Zwei Fellbacher Genossen haben schon seit Jahren eine Dauerkarte beim VfB. Mittlerweile strotzt die Stuttgarter Mannschaft nur so vor Stärke. Mensch stellt einige Nationalspieler und spielt in der Tabelle der Bundesliga ganz oben mit. Erst noch in der zweiten Liga, dann ein neuer Trainer und sie wurden im Sommer 2025 Deutscher Pokalsieger. Überraschend im Jahr zuvor die Vizemeisterschaft. Auch wenn die Kickers noch schwächeln: dem VfB steht eine große Zukunft bevor. Und seine Spiele werden öfters im freien Fernsehen übertragen. So wie gestern das 4:0 auswärts bei den holländischen Adlern im Europa-Pokal.

Jahresausstellung Kunstverein 2025

Letzten Freitag fand die Vernissage im Kunstvereinskeller statt. Der Andrang war groß, Ina Reicherter-Kappeler und Simone Weigend, beides bildende Künstlerinnen im Vorstand, führten in die Kunstwerke ein. Als musikalscher Appetithappen spielte der Liedermacher Florijan van der Holz genial auf. Er wird bald Studiogast in der Galeere sein.

27 Künstlerinnen haben sich beteiligt insofern der Keller noch Platz bot. Hungern mußte mensch auch nicht, es gab genug Getränke. Viele nette Leute waren da, es gab anregende Gespräche. Noch ein Hinweis in eigener Sache: am Freitag 5.12.25 19 Uhr wird die Werkschau vom KunstWerk eröffnet. Auch dort sind 27 Künstlerinnen zu Gange, da bin ich dabei. Wir sehen uns wieder!

Alt-Stadtrat

Die unterste Ebene einer Demokratie ist der Gemeinderat mit seinen Ausschüssen und Aufsichtsratposten. Darauf folgt der Kreistag, Regionalversammlung, Landtag, Bundestag und Europaparlament. Das alles ist nicht für umsonst zu haben. In Fellbach bekommt eine Stadträtin eine Aufwandsentschädigung, bei 32 Sitzen kommt da über 5 Jahre gesehen schon etwas zusammen. Dagegen muß mensch die Aussicht stellen, in einer Autokratie aufzuwachen wie am 31. März 1933. Da war alles zu spät und Abermillionen Menschen mußten sterben.

Der Stadtrat deines Vertrauens war ich 5 Jahre lang. Danach wollten die Fellbächerinnen mich nicht mehr, obwohl ich in der Kappelbergstadt mir eine gewisse Beliebtheit erworben habe. Der Knackpunkt war bekanntlich die Wende in der Geschichte Westeuropas mit dem Ukrainekrieg, wegen dem ich von der Linken zurück zur SPD gewechselt bin. Es gibt Punkte, wo mensch seinen militanten Pazifismus ablegen muß.

Es ist eine Ehre, im Gemeinderat zu sitzen und keinesfalls selbstverständlich oder umsonst. Mir hat das viel Spaß gemacht, in den Sitzungen und jeden Abend einen Termin wahrzunehmen, wo ich viele besondere Menschen kennengelernt habe. Es ist etwas ganz anderes zu bruddeln als im Gremium auf der anderen Seite zu sitzen. Alle Politiker in einen Sack und draufhauen, hat ein Freund mir mal gesagt. Jedenfalls ist es ein Unterschied, ob du Abgeordnete oder Gemeinderätin bist. Genau, die Menschen unten kennt mensch persönlich, die sind ja ganz nett. Eine Abgeordnete persönlich zu kennen, ist um einiges schwieriger, aber leistbar.

Dritter Turmspringer

Doktor Knut Matsen ist vor drei Jahren gestorben. Er hat vor 40 Jahren den Fellbacher Kunstverein gegründet und war lange Jahre Stadtrat für die Freien Wählerinnen. Darauf zurück gehen der Kunstvereinskeller beim Rathaus mit allem was die Kultur begehrt und das Kunststückle, das zu wärmeren Tagen bespielt wird. Tochter Tina Matsen (Tierärztin wie der Papa) steht dem 400köpfigen Verein nun vor.

Bei der Eröffnung des Spaßbads F3 hatte sich Knut abgesondert und einen Handstand auf dem Dreimeter-Brett absolviert. Stadtphotograph Peter Hartung hatte schnell die Kamera gezückt und den kurzen Moment vom Kunstturner photographiert. Nun im dritten Jahr gab es in Schmiden in einer ehemaligen Industriebrache in Schmiden einen Benefizabend im Gedenken an Knut zugunsten des Tafelladens und des Forums (Zusammenschluß der Seniorenbegegnungsstätten.) Tolles Essen, Getränke, eine Tombola, Schmuck, Kunst, eine Rede des Ersten Bürgermeisters Johannes Berner sowie Moderation von Uwe Kassner und natürlich jede Menge Musik.

Gottesdienst

Neulich in der evangelischen Dionysios-Kirche in Schmiden hielt Pfarrer Markus Eckert die Andacht. Er ist Rundfunkpfarrer und war auch bereits bei der Fellbächerin im Freien Radio. Er teilt sich mit Pfarrerin Angelika Hammer den Bezirk Schmiden-Oeffingen, nachdem Pfarrer Bernd Friedrich in den Ruhestand ging. Außerdem leitet er das Soul Food, regelmäßige Jazz-Konzerte in der Markus-Kirche Oeffingen, kuratiert von Hans Fickelscher (dr,perc).

Eckert predigte zu den zwei Stellen im Neuen Testament, wo Jesus zwei Lahme zum Laufen brachte. Der Wanderprediger war zweifellos ein Heiler und vollbrachte hier und da Wunder. Daß später im Zeichen des Kreuzes Heiler (Schamanen, Druiden) verfolgt und ermordet wurden, war ganz bestimmt nicht in seinem Sinne. Am Bekanntesten sind wohl die Hexenverbrennungen. Auch dies Heilende, die im Auge der Kirche beseitigt wurden.

Zum Abschluß gab es mit Unterstützung der Mesnerin und Kirchengemeinderat ein Abendmahl. Die Kirche war recht gut besucht und es dauerte, bis jeder seinen Würfel Weißbrot und Traubensaft bekam. Dieser Vormittag war geeignet, um die Seele aufzutanken, auch im Vorausblick für die kommende Woche.