Fräulein Wommy Wonder

Mal keine Politik und kein Jazz an dieser Stelle. Dafür Travestie und Kabarett. Auf der Alb heißen sie alle gleich, das ist so wie in Fellbach. Michael Panzer hat Theologie und Germanistik studiert und verkörpert seit 40 Jahren die üppige Wommy mit der Plastikperücke und einem immensen Freundinnenkreis. Seit Jahren schon kommt sie für fünf Wochen im Sommer ins Theaterhaus, so auch 2026 mit dem Thema “Alles muß raus!”.

Sie springt souverän von Kalauer zu Kalauer und denkt auch an die gerade stattfindende Sonnenfinsternis. Beispiel: kommt ein Mann aufs Polizeirevier: Herr Wachtmeister, ich habe meine Frau geamselt. Antwort: Sie meinten wohl gevögelt? Er: nein, erdrosselt. Nichts unter der Gürtellinie, jedoch etwas frivol und schlüpfrig. Zum Ausklang kam dann Elfriede Schäufele auf die Bühne, und die legte los. Da läßt sie alle Büttenrednerinnen beim Fasching blaß aussehen. Ebenso eine Figur von Michael.

Gee Hye Lee in der Kiste

Die Überfliegerin von der Musikschule in Fellbach trommelte am 1. August 2026 ein Quintett mit herausragenden Jazzmusikerinnen zusammen. Als da waren Ameli Schuster (voc) aus Berlin, Jakob Bänsch (tp) aus Köln und die Rhythmusgruppe bestand aus drei Stuttgarterinnen: Joel Locher (b), Marcel Gustke (dr) und eben Gee Hye Lee (p). Die Fünf legten an diesem lauen Sommerabend los, daß es eine Freude war. Schweißtreibend und zupackend. Der Stuttgarter Jazzclub Die Kiste, in der Gee vor Jahren ihre legendären Geenious Mondays veranstaltete, bot diesem Ausnahmetalent mal wieder eine Plattform. Hot nights, cool music war das Konzert überschrieben und nicht zu viel versprochen, die Kiste mit Stehplätzen und Barhockern, vor zwei Jahren umgebaut, war rappelvoll. Wenn du das Konzert verpaßt hast, Augen auf, Gee spielt immer wieder in den Jazzclubs in der Region Stuttgart.

Nachrichten aus Fellbach

Die zuverlässigsten Informationen liefert wöchentlich das Mitteilungsblatt der Stadt Fellbach, der Stadtanzeiger. Der hat nicht nur eine Veranstaltungsübersicht, sondern berichtet intensiv über wichtige Neuigkeiten in der Stadt. Wem das nicht reicht, sei die Fellbacher Zeitung ans Herz gelegt. Das dritte Buch dort berichtet zuverlässig über Gemeinderat, Kultur und Sport aus der Kappelbergstadt und darüber hinaus im Rems-Murr-Kreis. Bei den asozialen Medien gibt es noch eine Kappelberggruppe mit 12.000 Teilnehmenden. Meine Sendereihe “die Fellbächerin” im Freien Radio für Stuttgart ist nach 6 Jahren Geschichte, wird aber von “der Galeere” gefolgt mit dem Ausgangspunkt KunstWerk Fellbach.

Weltnachrichten gibt es am Besten täglich bei artejournal über zwanzig Minuten (auch Mediathek). Der Blick von hier richtet sich auf Nachrichten aus Frankreich und Deutschland und darüber hinaus. Tagesschau und heute sind nicht zu empfehlen, da die Schlagzahl der Nachricten dort so hoch ist, daß mensch sich nichts merken kann. Eine gute Wahl ist auch 3sat Kulturzeit, die werktags klug über 40 Minuten berichtet. Dies ist die beste Sendung im deutschsprachigen Fernsehen. Beim Radio macht der Deutschlandfunk die mit Abstand beste Arbeit.

Besinnungsweg Mitgliederversammlung

Vergangenen Freitag leitete Paul Rothwein (CDU) zum letzten Mal die Versammlung im Oeffinger Gemeindehaus. Er trat als erster Vorsitzender ab und hat gleich mit einer dicken Überraschung weitergeleitet. Der Oeffinger Gartenbauunternehmer und Stimmenkönig im Gemeinderat, Jörg Schiller (ehemals CDU, jetzt Stadtmacher) übernahm das Zepter. Als Paul vor 19 Jahren erster Vorsitzender des Besinnungswegs wurde, mußte er sich zuerst in das Thema Skulpturen einarbeiten. Und er wurde zum Übervater und Experte. Sein Bauunternehmen war immer zur Stelle. So konnten teilweise gigantische Kunstwerke eingeweiht werden.

Oberbürgermeisterin Gabriele Zull sprach ein wie immer launiges Grußwort. Das Erste, was sie von Fellbach aus dem Blick von Göppingen wahrnahm, war der Besinnungsweg. Die beiden Ortstheologen Pfarrer Markus Eckert und Diakon Martin Wunram waren ebenfalls gekommen. Und Ruth Lemaire (SPD). Und natürlich Doktor Heribert Sautter von der Galerie der Stadt Fellbach, der bei jeder Station die Kontakte zu den Weltkünstlerinnen herstellte und auch immer fleißig mit Rat und Tat zur Seite stand.

Werner und Fellbach

Heute bekamen Eric Gauthier und Werner Schretzmeier im Theaterhaus die Blechmedaille der Stadt Stuttgart verliehen vom Oberbürgermeister Doktor Frank Nopper. Dieser hatte in seiner unnachahmlichen Art in seiner Dankesrede Werner den Industriemechaniker aufgesprochen, er ist aber Industriekaufmann. Und aus dem Gassenhauer Dirty Dishes machte er Dirty Wishes. Nun gut. Zu diesem bescheidenen Anlaß wurde die Johnny Cash-Truppe aufgefahren, das Patrick Bebelaar-Trio, die Schauspielerinnen, alle 22 Tänzerinnen, die Kulturjournalistin Adrienne Braun und mehr.

Werner Schretzmeier hst folgende Dinge verbrochen: die Widerständler, Manufaktur, Hammerschlag, der goldene Sonntag, Hofmanns Geschichten, Theaterhaus, Jazz Gipfel, Osterjazz, United Jazz and Rock Ensemble, Mood Platten und so fort.

Gudrun wohnte seinerzeit im Hochhaus in Schmiden. Werner ist dort bei ihr eingezogen. Es übernachteten dort nach dem Konzert in der Manu unter anderen Ozzy Osborne. Die Nachbarinnen haben Gudrun Schretzmeier gemobbt, da sie keine Vorhänge in den Fenstern hatte. Sie leitete die Kostümabteilung beim SDR, Werner war dort als Autodidakt Regisseur.

Der ehemalige Fellbacher OB Guntram Palm hat Werner unter seine Fittiche genommen und den Burschen gefördert. Er erkannte das Talent. Ansonsten wäre aus ihm ein Zahnpasta-Produzent geworden.

49. Fiesta International

Na also, geht doch. Knapp 20 Nationalitäten feierten zusammen ein Fest ohne Animositäten. Das Ganze in Fellbach auf dem Guntram-Palm-Platz vor der Schwabenlandhalle. Essen und Trinken bis zum Abwinken, von den Einwandererinnenvereinen liebevoll zubereitet und ausgeschenkt. Dazu eine Bühne mit Darbietungen von Tänzen und Musik. Passend zur gegenwärtigen Hitzewelle. Hervorragend die Tänze aus dem Kosovo mit rot, weiß und schwarzen Trachten.

Oberbürgermeisterin Gabriele Zull gab wieder ihren Segen zur Eröffnung. Für sie ist es das zweitwichtigste Fest in Fellbach nach dem Erntedank-Herbst. Selbst das PLEKS war mit einem Zelt vertreten. Es ist dies ein Landeszentrum für Flüchtlinge, angesiedelt in Fellbach in Rufweite zum KunstWerk. Federführend bei der Gründung der Fiesta war seinerzeit Winfried Bauer, der mittlerweile die Bewegung für Demokratie und Vielfalt anführt.

Ausstellungen im KunstWerk

Jeden Monat gibt es eine neue Ausstellung in der zweitgrößten Galerie in Fellbach. Es sind meist Mitglieder des Vereins und Gäste. In der Regel drei Künstlerinnen pro Ausstellung. Freitags 19 Uhr sind die Vernissagen mit Begrüßung durch den Vorstand, einer kunstgeschichtlichen Einführung, Musik und natürlich Sekt und Häppchen. In den drei Wochenenden darauf ist die Schau samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geffnet. Die Künstlerinnen sind anwesend und stellen sich den Fragen der Besucherinnen. Die Bilder sind selbstverständlich käuflich zu erwerben. https://kunstwerkfellbach.gallery/

Neuer Vorstand KunstWerk

Gewählt am 9.6.26 für eine Amtsperiode von 2 Jahren in der Galerie: (von links nach rechts) 1. Vorsitzender Hermann Pflüger, Schriftführerin Aline Barge, 2. Vorsitzender Armin Fischer, Ausstellungsbetreuer Dieter Brenner.

Im Beirat (beratend und ohne Stimmrecht): Anita Dietrich, Brunhilde Sauer-Baur, Gudula Gyarmati (Kasse), Rosemarie Auchter-Ries, Gülten Aysel.

Ungarn im Rathaus

Anläßlich 40 Jahre Partnerschaft mit Pecs gab es letzten Sonntag eine hockarätige Veranstaltung im Großen Saal des Fellbacher Rathauses. Mit einer Rede von Oberbürgermeisterin Gabriele Zull, die im Sommer mit zwei Stadträtinnen dorthin fahren wird. Der bekannteste Sohn dieser Metropole ist Victor Vasarely, der als Erwachsener nach Paris ausgewandert ist und sich dort den ungarischen Namen geändert hat. Er war ein Vorreiter der modernen Malerei mit seiner Op-Art (optische Kunst). Unter anderem gestaltete er das Plakat zur Olymiade in München 1972 oder das Logo des Kutschenherstellers Renault. Sehr beeindruckend, was diesr Künstler geschaffen hat. Es gibt auch ein Museum mit seinen Werken.

Da der Städtepartnerschaftsverein sich vor einem halben Jahr auflöste, war dies mehr oder weniger dessen Abschiedsveranstaltung. Es fand sich kein neuer Vorstand. Jedenfalls war dieser Verein sehr fleißig, Schade.

Der Deutsche Jazzpreis geht nach Fellbach

Groove Inclusion ist eine Formation, bei der Menschen, die behindert werden und Normalos zusammen Jazz machen. Nun haben die Gründerinnen Hans Fickelscher, Fachbereichsleiter an der Fellbacher Musikschule und Rosa Budziat, ehemalige Leiterin der Volkshochschule Unteres Remstal, endlich die Ernte eingefahren. Vorgestern bekamen sie mit Ihrer Truppe den Deutschen Jazzpreis 2026 in der Kategorie Teilhabe vom konservativen Staatsminister für Kultur, Wolfgang Weimer, verliehen. Nicht nur die Fellbacher SPD, die den Jazz im Gemeinderat tapfer hoch hält, gratuliert sondern auch Jazz funkt im Freien Radio für Stuttgart, wo Hans und Rosa schon ein paar Mal zu Gast waren.