Die SPD Fellbach möge beschließen: die Bundesregierung und die Europäische Union zahlt den Kolonien für das Leid von 500 Jahren Völkermord Entschädigungen. Nicht an Regierungen oder Nichtregierungsorganisationen, sondern als Mikrokredite an die Frauen vor Ort. Die Entwicklungshilfe der letzten 80 Jahren ist gescheitert. Wir müssen endlich die Natur in den Mittelpunkt stellen und nicht die Milliardärinnen und das Christentum, die den Kolonialismus weiterhin betreiben. Nur so wird ein Wohlstand erzeugt, der nachhaltig ist und uns allen zu Gute kommt. Soll heißen: nur durch Verzicht erhöht sich die Lebensqualität der Einzelnen bei uns und damit auch dort.
Kategorie-Archiv: Kolonialismus
Galeere
Von Kolonie zu Kolonie rudern wir Sklavinnen. Unser Ausgangspunkt ist das KunstWerk in Fellbach mit vielen Künstlerinnen-Ateliers und einer tollen Galerie. Wir beackern den Kolonialismus mit Musik und Texten. Und stellen die von Westeuropa rücksichtslos ausgebeuteten Erdregionen in den Mittelpunkt. Der Hafen liegt in der Schorndorfer Straße 33 zwischen Jet-Tankstelle und Vulcano. Beim Friedrich-Wilhelm, den beiden Ablufttürmen des Fellbacher Stadttunnels.
Immer am zweiten und vierten Freiag im Monat von 9 bis 11 Uhr morgens ertönt die Galeere unter meiner Regie meistens mit Studiogästen im Freien Radio für Stuttgart http://www.freies-radio.de und die Fellbacher Zeitung bringt immer eine Ankündigung der jeweils nächsten Sendung.
Gäste seither waren Katja Erdmann-Rajski, Kai Müller, Deszö Szabo, Christoph Beck, Gökay Sofuoglu, Woody und Flo, Winfried Bauer, Thomas Rahmann und viele mehr vom Sommer 2024 an. Davor gab es die Fellbächerin und davor die volxmusik.
Wenn du Sendungen nachhören willst, mußt du mir eine Nachricht schicken an amokfisch@web.de Dann bekommst du von mir die Zugangsdaten und kannst in meiner reichhaltigen Wolke stöbern.
Neues Jahr, neues Glück?
Alle Fellbächerinnen wünschen sich den Wohlstand zurück. Die Senkung von Haushaltsausgaben im Rathaus allein reicht nicht. Wir müssen uns jedoch bewußt sein, daß die Sonderaktion des Zaren (Krieg gegen Kinder, Mütter und Kranke in der Ukraine) unsere aus den Kolonien geklauten Rohstoffe mitsamt den Verbrechen der Nazis nicht wieder wett machen. Will heißen, daß es auch in 2026 keinen deutschen und europäischen Wohlstand mehr geben wird. Der ist definitv seit dem Februar 2022 Geschichte. Wenn wir uns geschickt anstellen, bringt uns diese Erkenntnis eine bessere Lebensqualität, die nicht auf Kosten anderer, seien sie noch so weit entfernt, wirtschaftet. Der internationale Faschismus bietet hier falsche Antworten. Diese sogenannten Politikerinnen wollen sich mit Haß und Rassismus ihre Taschen vollstopfen auf Kosten unserer Demokratie. Die Antwort auf all das ist Respekt vor dunkelhäutigen Menschen bei uns und überall auf dem Planeten. Es gibt keine Rassen und Völker sondern 8 Milliarden Welten.
Friede für Fellbach
Dieses Weihnachten 2025 wünschen wir uns gegenseitig alle Frieden. Kein Mensch wagt seinem gegenüber den Krieg an den Hals. Im Zeichen des Kreuzes werden Menschen entweder versklavt oder befreit. Alles eine Folge des Kolonialismus, der noch lange nicht zu Ende ist. Rekordzahlen bei Flüchtlingen, Millionen Tote durch die Klimakatastrophe. Krieg überall, sogar in Europa.
Wenn wir die Autokraten lebenslänglich wegsperren haben sich diese Dinge erledigt. Das hört sich verwegen an, ist aber möglich, wenn die Vereinten Nationen durch ein Weltparlament (800 Sitze, jeder Abgeordneter demokratisch gewählt von je 10 Millionen Bürgerinnen) ersetzt werden, der Sicherheitsrat durch eine Weltregierung. Und sobald irgendwo ein Narzißt die Herrschaft antreten will, durch eine Weltarmee entfernt wird.
International Quarteto Brasil
Beim traditionellen Oktober-Jazz-Wochenende des Fellbacher Kulturamts im Großen Haus (Orfeo Kino) trat nach einem ausverkauften Beatles-Projekt um Ull Möck (p) am Freitag ein ebenfalls ausverkauftes brasilianisches Projekt am Samstag um die rührige Fauzia Maria Beg (Tübingen) auf. Sie hat sich ein hochkarätiges Quartett zusammen gestellt: sie selbst aus Mumbai (Indien)(voc, perc), Lorenzo Petrocca aus Italien (g), Yaron Stavi aus Israel (b) und Stefan Koschitzki (ts,fl,pandeiro) aus Ludwigsburg. Es ertönte bis auf eine indische Ausnahme ausschließlich brasilianische Musik von Antonio Carlos Jobím, Djavan, Baden Powell und mehr. Passend dazu gibt es eine aktuelle Kompaktscheibe ‚Ai que saudade‘ mit den vier Überfliegerinnen.
Triennale-Preisverleihung
Am vorletzten Tag wurden zwei Preise von Baubürgermeisterin Beatrice Soltys verliehen, in der Mitte der Alten Kelter, bevor zum Abschluß durch die Lotterie am Sonntag zum vierten Mal kostenloser Eintritt ermöglicht wurde. Nach vier Monaten und 7000 zahlende Besucherinnen ist diese 16. Triennale zu Ende, in drei Jahren kommt dann die 17. Triennale.
Der Preis, verliehen vom Kuratorium, ging an die Künstlergruppe Unbekannte Felder, die auf dem Planeten unterwegs waren und somit den Preis nicht entgegen nehmen konnten. Sie hatten in China aus radioaktivem Schlamm, der bei der Förderung von Seltenen Erden für Klugphons, Rechner und Autobatterien anfällt, drei unterschiedlich große Vasen geformt. Dieser Schlamm wird in einen See geleitet, der nur aus diesem Gift besteht und die Umgebung versaut.
Der Publikumspreis ging an das Kollektiv M + M. Sie haben Gottesanbeterinnen und Stabheuschrecken manipuliert und gefilmt. Sie stellen Bunker und Klubs gegeneinander. Wie so oft bei der Triennale Kleinplastik geht es dabei um das Überleben der Schöpfung.
cosmoacustico
Vor Kurzem spielte dieses Weltmusik-Quartett im Kunstvereinskeller am Rathaus auf. Kopf des Ganzen ist die Inderin Fauzia Maria Beg (Gesang). Ihr Musikgeschmack erstreckt sich weltweit, ein Zubrot verdient sie sich im Klassik-, Jazz- und Weltmusikscheibenhändler Einklang am Charlottenplatz in Stuttgart. Der Perkussionist Martin Romero, eng mit Fellbach verbunden, vertrat den lateinamerikanischen Kontinent als Kolumbianer, er lebt schon lange bei uns und war bei Gründung der Redaktion Jazz funkt im Freien Radio für Stuttgart dabei. Dazu noch Andrej Lebedev an der Gitarre, er ist Russe, was mensch aus der Musik nicht heraushört. Und als vierter Weltbürger spielte noch Andreas Renz aus Tübingen mit. Die Gruppe bot Musiktitel hauptsächlich aus Lateinamerika nach weiblichen Sängerinnen dar. Und das Ganze war also Weltmusik aus den Kolonien. Gleichzeitig tobte in der Musikschule ein Nachwuchskonzert von der Kulturgemeinschaft Fellbach, was wohl die ein oder andere hinderte in den legendären Keller des rührigen Kunstvereins zu gehen.
Initiative Nachhaltigkeit
Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Fellbacherinnen, die sich regelmäßig im Rathaus trifft, geleitet von der stellvertretenden Amtsleiterin für Soziales und Teilhabe, Michaela Gamsjäger. Das Ganze ist aus der Redaktionsgruppe Weltwochen hervorgegangen, von Birgit Held aus dem Rathaus koordiniert. Die Weltwochen haben bis jetzt fünfmal mit zwei Jahren Abstand stattgefunden. Alle fünf Male hat Fellbach wegen eines hervorragenden Programms den ersten Preis bei den Mittelstädten bis 50.000 Einwohnerinnen geholt. Der Wettbewerb Meine.Deine.Eine Welt war in ganz Baden-Württemberg und von der landeseigenen Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit (SEZ) durchgeführt.
Es geht hier in erster Linie um die Verwirklichung der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs: sustainable development goals) der Vereinten Nationen, die bis 2030 weltweit umgesetzt werden sollen und die Erklärung zur Gerechthandelsstadt (Fair Trade Town). Beides hat der Fellbacher Gemeinderat verabschiedet. Vertreten bei der Intitiative sind der Weltladen, der CVJM, die Kirche, Stadträtinnen und weitere Aktivistinnen. Wenn dich das Ganze begeistert, kannst du dich uns anschließen, wir sind offen für neue Mitstreiterinnen.
Sharon Dodua Otoo
Ein weiterer Höhepunkt der mittlerweile beendeten 15. Triennale Kleinplastik Fellbach war der Besuch der Schriftstellerin Otoo, die extra aus Berlin angereist war am 8. September 2022, in eben der Alten Kelter. Die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin von 2016, die in London aufgewachsen ist, brachte ihren ersten Roman mit: Adas Raum (S.Fischer). Daraus las die fleißige Autorin. Das Buch spielt auf vier Ebenen, von denen Otoo hin und her springt: 1459 in Westafrika, 1848 in London, 1945 in einem KZ und 2019 in Berlin. Unter Anderem der Bezug zum Kolonialismus brachte der Germanistin die Einladung nach Fellbach, da die Triennale viele Bezüge bei den ausstellenden Künstlerinnen zum Thema bot.
Grenzenlos
Fellbach sticht als Kulturstadt in der Region Stuttgart hervor. Das ist hauptsächlich der ehemaligen Kulturamtsleiterin Christa Linsenmaier-Wolf und ihrer Nachfolgerin Maja Heidenreich geschuldet. In Corona-Zeiten wurde die lokale Weltmusikreihe Grenzenlos zusammen mit Winfried und Brigitte Bauer vom Fellbacher Weltladen ins Leben gerufen. Mittlerweile gab es schon sechs Konzerte mit Musikerinnen aus der Region, die sich um die Weltmusik verdient gemacht haben. Das geht auch manchmal in den Jazz hinein, hier sind die Übergänge fließend.
Seither spielten der Perkussionist und Schlagzeuger Hans Fickelscher, der die Jazzreihe Soulfood in der Oeffinger Johanneskirche kuratiert und der lange in Schmiden gewohnt hat, die südafrikanische Sängerin Thabilé, die sich in Stuttgart niedergelassen hat. Und natürlich die chilenische Pianistin Poldy Tagle, die ebenfalls schon vor Jahren ihren Anker in Fellbach gelegt hat. Weiter der lokale Sinto und Star-Gitarrist Gismo Graf, jung und virtuos und die Mannheimerin Deng Xiaomei, der Erhu-Spielerin aus Beijing. Sie beherrscht die zweiseitige chinesische Kniegeige wie keine andere.
Die Reihe Grenzenlos wird weitergeführt, hatte auch seither einen riesigen Zuspruch beim Fellbacher Publikum.