VfB Fellbach

Was hat der Verein am Wasen mit Fellbach zu tun? Ganz einfach: der Deutsch-Tunesier Sami Khedira stammt aus Oeffingen, wo er beim TV genauso wie sein Bruder Rani (Union Berlin) seine Karriere gestartet hatte. Sami war dann mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister 2007 und Weltmeister 2014. Unvergessen das 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien, hier hatte Sami einen großen Anteil und auch ein Tor geschossen. Im Finale tat sich die deutsche Mannschaft schwer gegen Argentinien, auch weil Sami verletzt war und nicht spielen konnte, bis dann in der Verlängerung Schürrle mit einem Paß auf Götze verlängerte und der das einzige Tor in diesem Spiel schoß.

Zwei Fellbacher Genossen haben schon seit Jahren eine Dauerkarte beim VfB. Mittlerweile strotzt die Stuttgarter Mannschaft nur so vor Stärke. Mensch stellt einige Nationalspieler und spielt in der Tabelle der Bundesliga ganz oben mit. Erst noch in der zweiten Liga, dann ein neuer Trainer und sie wurden im Sommer 2025 Deutscher Pokalsieger. Überraschend im Jahr zuvor die Vizemeisterschaft. Auch wenn die Kickers noch schwächeln: dem VfB steht eine große Zukunft bevor. Und seine Spiele werden öfters im freien Fernsehen übertragen. So wie gestern das 4:0 auswärts bei den holländischen Adlern im Europa-Pokal.

Sport in Fellbach

Am Bekanntesten sind wohl der Oeffinger Sami Khedira, Fußballweltmeister von 2014 und die Schmidenerin Darja Varfolomeeva, Olympiasiegerin und 10fache Weltmeisterin in der rhythmischen Sportgymnastik. Sie trainiert am Bundesleistungszentrum, das beim TSV Schmiden angesiedelt ist.

Die Pumas (Handball TSV) waren zweimal württembergischer Meister, die Frauen dazu vom HC Schmiden/Oeffingen haben den Aufstieg in die dritte Liga verpaßt.

Die Fußballer vom SV Fellbach sind aus der Oberliga Baden-Württemberg abgestiegen, da der Sponsor pleite gegangen ist. Vielleicht klappt der Wiederaufstieg trotz aller widrigen Umstände.

Die Blitzer (deutsch: flashers) sind die Basketballer vom SV Fellbach und haben den Aufstieg in die zweite Liga verpaßt. Nachdem die Volleyballer schon lange nicht mehr in der ersten Bundesliga spielen, sind erstere wohl die erfolgreichste Mannschaft am Kappelberg.

Fritz Höfer +

Im letzten Winter verstarb Fritz Höfer im Altersheim Sommerrain nach langer Krankheit. Er wurde 86 Jahre alt. Die Trauerrede in der Aussegnungshalle am Friedhof in Schmiden hielt die evangelische Pfarrerin Angelika Hammer, obwohl Fritz ja katholisch war. Er hat die Turnabteilung beim TVS Schmiden aufgebaut und war deren Vorsitzender. Seine Frau Camilla hat er dort kennengelernt. Dann später stellvertretender Vorsitzender beim TSV. Er war 60 Jahre in der SPD, in Schmiden und Fellbach Jahre lang im Gemeinderat. Beruflich engagierte er sich im Gustav-Stresemann-Gymnasium. Er leitete dort den Leistungskurs Französisch. Viele seiner ehemaligen Schülerinnen haben ihn so gut in Erinnerung, daß sie zur Beisetzung gekommen sind. Fritz war ein ruhiger und besinnlicher Zeitgenosse, immer sanftmütig und bescheiden. Er und Camilla haben zwei Söhne mit Enkelinnen.

Oberbürgermeisterin

Am 15. September 2024 wurde Gabriele Zull für weitere acht Jahre von der Fellbacher Bevölkerung zur Oberbürgermeisterin gewählt. Es gab diesmal keine einzige Gegenkandidatin. So lag die Wahlbeteiligung bei 25 % und über 98 % aller abgegebenen Stimmen waren für sie.

Frau Zull hatte in den zurückliegenden Jahren so ziemlich alles richtig gemacht: die Remstalgartenschau, die 900-Jahr-Feier, die Pandemie, der Ukraine-Krieg und natürlich der Fellbacher Herbst, größtes Erntedankfest in Süddeutschland mit 200.000 Besucherinnen. Überall agierte sie zupackend und vorne dran. Deshalb auch ihr Wahlmotto: „Dranbleiben für Fellbach“. Im Gemeinderat herrscht Dank ihrer Gegenwart stets ein respektvolles Klima, in anderen Gemeinden ist dies nicht immer der Fall. Die Juristin Zull, aus Reutlingen stammend, ist eine von sieben weiblichen Oberbürgermeisterinnen in Baden-Württemberg (bei 1001 Gemeinden).

Legendär sind auch ihre zahlreichen Reden, sie weicht oft vom Skript ab, um flapsige Bemerkungen einzuflechten. Und beim Netzwerken ist sie ganz vorne, beispielsweise als Vorständin beim Städtetag.

Ursprünglich wurde sie von den Freien Wählerinnen und der CDU aus Göppingen abgeworben, nun gibt es jetzt zwischen Frau Zull und der Fellbacher SPD nur noch gemeinsame Schnittmengen.

https://www.fellbach.de/de/Rathaus/Stadtverwaltung/Oberbuergermeisterin

Rhythmische Sportgymnastik

Bekanntlicherweise beherbergt der TSV Schmiden das Bundesleistungszentrum der rhythmischen Sportgymnastik. Zuletzt hat die Russin Darja Varfolomeev, die dort residiert und ins Gustav-Stresemann -Gymnasium geht, 6 Weltmeisterinnentitel geholt. Und sie ist beim Neujahrsempfang aufgetreten.

Gymnastik International hieß ein Wettbewerb, der in der Schmidener Sporthalle stattfand. Dabei traten einzelne und Gruppen-Gymnastinnen auf aus vielen Winkeln des Planeten, allerdings keine aus den Kolonien. Die Mädchen sprühten vor Ehrgeiz und Selbstbewußtsein. Das Ganze wird zu Musik getanzt in Glitzerkostümen. Alle haben lange Haare, die zu einem Dutt zusammengebunden sind. Beeindruckend auch die deutsche Nationalfrauschaft, die zur Musik von Yello aufgetreten sind. Es gibt vier Geräte: der Reifen, der Ball, zwei Keulen und das Band. Im Zuge der Emanzipation gibt es so etwas nicht bei Männern.

Wie überall im Leistungssport stellt sich auch hier die Frage nach der verlorenen Kindheit und der Zerrissenheit der Familien. Ein normales Erwachsenwerden gibt es hier nicht. Die Seelen leiden.