Vierte Kosovo-Reise

Der Kosovo ist immer eine Reise wert. Auch wenn der Tourismus dort noch in den Kinderschuhen steckt und die Republik seit 22 Jahren unabhängig ist. Alle Kriegsspuren sind schon längst beseitigt, die Albaner aus dem Kosovo sind nicht nur herzlich und gastfreundlich, sondern auch fleißig.

Wir waren letzte Woche eine kleine Reisegruppe unter der Leitung von Sadik Zogay, dem Begründer des albanischen Kulturverein Fellbach, er stammt aus Suhareke. Wir staunten Bauklötze, was wir alles sahen: eine Schuhfabrik, die größte Energiegetränk-Fabrik im Balkan, das größte Weingut in Europa. Leider mußte das Erntedankfest Festari mittendrin aus politischen Gründen abgesagt werden. Umzug und Gala fielen aus. Trotz allem erlebten wir noch die Ernte der Künstlerkolonie. Hier wurden Bilder gemalt und an die Stadt Suhareke gespendet. Ebenfalls eine lange Tradition, die genauso wie das Festari 25 Jahre währt.

Wir waren dann noch im Luftkurort Prevalla und haben dort wie überall die üppige kosovarische Küche genossen und den Wein und das Bier. Gestern flogen wir mit erfüllten Gedanken zurück von Prishtina nach Stuttgart und freuen uns schon auf nächstes Jahr, wenn Sadik wieder zusammentrommelt und zum elften Male eine Reisegruppe aus Fellbach in die Wirtschaftsmetropole Suhareke zusammenstellt.

KunstWerk im Radio

Gestern früh zuerst im Radio. Hermann und Aline mußten absagen, so daß ich mit Dieter alleine die Sendung bestritt. Also der halbe Vorstand. Meine Wunschtitel waren Miles Davis Mystery. Mit diesem Stück eröffne ich immer die Galeere, bei der ich der Steuermann bin und die in die Kolonien hinausrudert. Und Laguna Veneta vom Henri Texier Azur Quintet, Filmmusik von Bernard Hermann und Zbigniew Preisner. Von Dieter stammten Musikwünsche wie Sex Machine von James Brown. Den hat er mehrmals noch erlebt. Und zum Schluß die Rhapsody in Blue von George Gerswhin. Und dazwischen den Feuervogel von Igor Strawinsky.

Hier die Vorstellung von Hermann Pflüger, erster Vorsitzender: Ich mache täglich 2 Stunden Sport, arbeite 3 Stunden in meinem Atelier als bildender Künstler und arbeite 3 Stunden an meinen Forschungsprojekten (Zusammenwirken von Geisteswissenschaften mit der Informatik). Für ihn haben wir Time von Pink Floyd und Stan Getz gespielt.

Kunst ist ein gesellschaftliches Phänomen: Damit Kunstwerk Kunst ist brauchte drei Akteure die Künstler, die Kunstwerke erschaffen, die Gesellschaft oder ein Teil davon, der die Kunstwerke als Kunst wertschätzen und Institutionen, die Arbeiten der Künstler zur Gesellschaft bringen. Zu den letzteren gehört das KunstWerk Fellbach. Jedes Jahr stellen mehr als 30 Künstler in der Galerie ihre Arbeiten vor, und mehr als 500 Leute besuchen jährlich die Ausstellungen.

Dann noch die Vorstellung unserer Schriftführerin Aline: Ich bin Aline Barge, autodidaktische Künstlerin und lebe und arbeite in der Region Stuttgart. Ursprünglich komme ich aus Frankreich – und wahrscheinlich erklärt das schon ein bisschen meine Liebe zu Farbe, Licht und Bewegung.

Ich male vor allem expressive figurative Arbeiten: Stadtbilder, Szenen aus dem Alltag und Porträts. Dabei interessieren mich besonders die kleinen Momente, die man im Vorübergehen erlebt – ein Lichtreflex, eine Bewegung, eine Begegnung oder eine Stimmung. Meine Inspiration kommt viel vom Reisen und von unterschiedlichen Kulturen. Deshalb finden sich in meinen Arbeiten ganz unterschiedliche Orte und Eindrücke wieder – von Stuttgart und anderen europäischen Städten bis hin zu Motiven aus Asien. Neben der Malerei gehört auch Urban Sketching zu meiner künstlerischen Praxis.

Ich bin seit Ende 2024 im KunstWerk Fellbach aktiv und freue mich sehr, jetzt auch Verantwortung im Vorstand zu übernehmen. Besonders wichtig ist mir dabei, dass Kunst nicht nur im Atelier stattfindet, sondern dass wir als Verein sichtbar sind, miteinander arbeiten und einen lebendigen Ort für unterschiedliche künstlerische Positionen schaffen.

Und weil Musik für mich zum Malen dazugehört, habe ich fünf Stücke ausgewählt, die jeweils eine andere Seite von mir zeigen: Erinnerungen an Frankreich und meine Studienzeit, Musik zum Malen, ein bisschen Sommer und Leichtigkeit – und auch die Erinnerung daran, seinen eigenen Weg zu gehen und nicht jedem „Hype“ folgen zu müssen.

Lindsey Stirling – Carol of the Bells: Ein Stück, das ich sehr gerne beim Malen höre – treibend, rhythmisch und mit einer ganz eigenen Energie.  Indochine – L’Aventurier: Großer Hit aus Frankreich aus meiner Studienzeit – Party, persönliche Erinnerungen und der „Abenteurer“, der sich mit asiatischen Akzenten auf eine Reise begibt. twenty one pilots – The Hype: ich mag den Gedanken, dass man als Künstler nicht ständig dem folgen sollte, was gerade Aufmerksamkeit bekommt, sondern seinen eigenen Weg finden muss. Bleu Soleil x Luiza – Soleil Bleu: Ein französischer Song, den ich erst kürzlich entdeckt habe – Sommerfeeling, Leichtigkeit – höre ich gerne beim Malen. Sam Smith – Like I Can: Ein Song, den ich wegen seiner emotionalen, leicht melancholischen Stimmung mag – eine andere, ruhigere Seite meiner Playlist.

Dank an den gesamten Vorstand, alle haben mitgemacht, entweder in Studio 1 oder am Rechner. Wir schauen dann, ob wir eine neue Sendung mit allen 4 zusammenbekommen. Einen Mitschnitt bekommst du über mich. https://kunstwerkfellbach.gallery/

Besinnungsweg Mitgliederversammlung

Vergangenen Freitag leitete Paul Rothwein (CDU) zum letzten Mal die Versammlung im Oeffinger Gemeindehaus. Er trat als erster Vorsitzender ab und hat gleich mit einer dicken Überraschung weitergeleitet. Der Oeffinger Gartenbauunternehmer und Stimmenkönig im Gemeinderat, Jörg Schiller (ehemals CDU, jetzt Stadtmacher) übernahm das Zepter. Als Paul vor 19 Jahren erster Vorsitzender des Besinnungswegs wurde, mußte er sich zuerst in das Thema Skulpturen einarbeiten. Und er wurde zum Übervater und Experte. Sein Bauunternehmen war immer zur Stelle. So konnten teilweise gigantische Kunstwerke eingeweiht werden.

Oberbürgermeisterin Gabriele Zull sprach ein wie immer launiges Grußwort. Das Erste, was sie von Fellbach aus dem Blick von Göppingen wahrnahm, war der Besinnungsweg. Die beiden Ortstheologen Pfarrer Markus Eckert und Diakon Martin Wunram waren ebenfalls gekommen. Und Ruth Lemaire (SPD). Und natürlich Doktor Heribert Sautter von der Galerie der Stadt Fellbach, der bei jeder Station die Kontakte zu den Weltkünstlerinnen herstellte und auch immer fleißig mit Rat und Tat zur Seite stand.

Ausstellungen im KunstWerk

Jeden Monat gibt es eine neue Ausstellung in der zweitgrößten Galerie in Fellbach. Es sind meist Mitglieder des Vereins und Gäste. In der Regel drei Künstlerinnen pro Ausstellung. Freitags 19 Uhr sind die Vernissagen mit Begrüßung durch den Vorstand, einer kunstgeschichtlichen Einführung, Musik und natürlich Sekt und Häppchen. In den drei Wochenenden darauf ist die Schau samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geffnet. Die Künstlerinnen sind anwesend und stellen sich den Fragen der Besucherinnen. Die Bilder sind selbstverständlich käuflich zu erwerben. https://kunstwerkfellbach.gallery/

Ungarn im Rathaus

Anläßlich 40 Jahre Partnerschaft mit Pecs gab es letzten Sonntag eine hockarätige Veranstaltung im Großen Saal des Fellbacher Rathauses. Mit einer Rede von Oberbürgermeisterin Gabriele Zull, die im Sommer mit zwei Stadträtinnen dorthin fahren wird. Der bekannteste Sohn dieser Metropole ist Victor Vasarely, der als Erwachsener nach Paris ausgewandert ist und sich dort den ungarischen Namen geändert hat. Er war ein Vorreiter der modernen Malerei mit seiner Op-Art (optische Kunst). Unter anderem gestaltete er das Plakat zur Olymiade in München 1972 oder das Logo des Kutschenherstellers Renault. Sehr beeindruckend, was diesr Künstler geschaffen hat. Es gibt auch ein Museum mit seinen Werken.

Da der Städtepartnerschaftsverein sich vor einem halben Jahr auflöste, war dies mehr oder weniger dessen Abschiedsveranstaltung. Es fand sich kein neuer Vorstand. Jedenfalls war dieser Verein sehr fleißig, Schade.

Vorstandsvorsitzender

Hiermit bewerbe ich mich, Künstlername Genosse amokfisch, als erster Vorsitzender des KunstWerk eV Fellbach. In den vergangenen zwei Jahren als zweiter Vorsitzender ist mir der Verein sehr ans Herz gewachsen, durch meine Pressearbeit bin ich den Menschen dort nahe gekommen.

Mein Regierungsprogramm: monatlich Vorstandssitzungen oft mit Beirat und monatlich Jour Fixe, wo alle Mitglieder unangemeldet teilnehmen können. Nach meinen 5 Jahren als Stadtrat in Fellbach habe ich gute Kontakte in die Zivilgesellschaft und ins Rathaus. So bin ich Mitglied bei der Kulturgemeinschaft Fellbach, Kunstverein, Besinnungsweg. Mit dem neuen Vorstand möchte ich einen Redaktionsbesuch bei der Fellbacher Zeitung und in meiner Sendung “die Galeere” im Freien Radio für Stuttgart absolvieren, deren Hafen im Übrigen im Kunstwerk liegt. Jeden zweiten Freitag von 9 bis 11 Uhr fahre ich von dort als Steuermann die Kolonien an.

Ich werde die Vorsitzenden der Vereine und Firmen im KunstWerk besuchen. Und mich um Sponsoren in der Wirtschaft bemühen. Ich hatte eine Ausstellung mit Anita Dietrich im KunstWerk, die mich sehr erfüllt hat und bei der ich auch Bilder verkauft habe. Hier ein paar Beispiele meiner Kunst, nach 5 Bildern unten auf ältere Einträge gehen: https://www.amokfisch.de/blog/?cat=23

Nachtrag: am 9. Juni 2026 wurde ich zum zweiten Mal für zwei Jahre zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Erster Vorsitzender wurde Hermann Pflüger.

Weihnachtsfeiern 2025

Drei Ehrenämter, drei Weihnachtsfeiern: den Auftakt veranstaltete die Fellbacher SPD am ersten Advent. Es war wie immer der Jahreshöhepunkt, abgesehen von der Bundestagswahl. Andreas Möhlmann berichtete aus dem Gemeinderat und dem abgelaufenen Jahr. Dazu gab es Ehrungen für runde alte Geburtstage und jahrzehntelange Mitgliedschaft mit Gutscheinen von der Stadtvermarktung. Und es gab erstmals ein türkisches Buffet mit leckeren Speisen. Und die 30 Genossinnen fanden sich erstmals im Amandus-Saal der Fellbächer Weingärtnerinnen zusammen.

Das KunstWerk veranstaltete anstatt einer Weihnachtsfeier am zweiten Advent einen Tag der offenen Ateliers. Die meisten Künstlerinnen hier sind weiblich. Gute Gespräche auch hier.

Im Radio geht der Betrieb durch ohne Nikolaus und ohne Christkind. Egmont Müller übernimmt meine Galeere am 26.12.25 mit profaner Musik.

Dann noch die Weihnachtsfeier im Theaterhaus: das Restaurant platzte aus allen Nähten, im Collina gab es italienisches Buffet. Werner Schretzmeier verteilte Ehrungen für jahrzentelange Mitarbeit.

Jahresausstellung Kunstverein 2025

Letzten Freitag fand die Vernissage im Kunstvereinskeller statt. Der Andrang war groß, Ina Reicherter-Kappeler und Simone Weigend, beides bildende Künstlerinnen im Vorstand, führten in die Kunstwerke ein. Als musikalscher Appetithappen spielte der Liedermacher Florijan van der Holz genial auf. Er wird bald Studiogast in der Galeere sein.

27 Künstlerinnen haben sich beteiligt insofern der Keller noch Platz bot. Hungern mußte mensch auch nicht, es gab genug Getränke. Viele nette Leute waren da, es gab anregende Gespräche. Noch ein Hinweis in eigener Sache: am Freitag 5.12.25 19 Uhr wird die Werkschau vom KunstWerk eröffnet. Auch dort sind 27 Künstlerinnen zu Gange, da bin ich dabei. Wir sehen uns wieder!

Dritter Turmspringer

Doktor Knut Matsen ist vor drei Jahren gestorben. Er hat vor 40 Jahren den Fellbacher Kunstverein gegründet und war lange Jahre Stadtrat für die Freien Wählerinnen. Darauf zurück gehen der Kunstvereinskeller beim Rathaus mit allem was die Kultur begehrt und das Kunststückle, das zu wärmeren Tagen bespielt wird. Tochter Tina Matsen (Tierärztin wie der Papa) steht dem 400köpfigen Verein nun vor.

Bei der Eröffnung des Spaßbads F3 hatte sich Knut abgesondert und einen Handstand auf dem Dreimeter-Brett absolviert. Stadtphotograph Peter Hartung hatte schnell die Kamera gezückt und den kurzen Moment vom Kunstturner photographiert. Nun im dritten Jahr gab es in Schmiden in einer ehemaligen Industriebrache in Schmiden einen Benefizabend im Gedenken an Knut zugunsten des Tafelladens und des Forums (Zusammenschluß der Seniorenbegegnungsstätten.) Tolles Essen, Getränke, eine Tombola, Schmuck, Kunst, eine Rede des Ersten Bürgermeisters Johannes Berner sowie Moderation von Uwe Kassner und natürlich jede Menge Musik.

Joachim Dunkel

Diesem Künstler aus Berlin, der von 1925 bis 2002 gelebt hat, ist die aktuelle Ausstellung in der Galerie der Stadt Fellbach gewidmet. Zu sehen sind große Holzdrucke, Zeichnungen und kleinere Plastiken. Dunkel ist bei uns noch unbekannt im Gegensatz zu Berlin, wo er Professor war. Es lohnt sich, ihn zu entdecken. Der Besuch kostet nichts und ist wie immer Dienstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr bis 9. November 2025 geöffnet.

Doktor Heribert Sautter, ein Kunstwissenschafter, leitet die städtische Galerie. Daneben ist er noch der Herr über die Triennale. Auf- und Abbau und die ganze Logistik ging durch seine Hände. So ist es erstaunlich, wie er mit großem Können beide Ereignisse gleichzeitig gestemmt hat. https://www.fellbach.de/ansprechpartner/Mitarbeiter?view=publish&item=staff&id=1195