76. Fellbacher Herbst

Auch dieses Jahr 2025 das größte Weinfest in Süddeutschland mit 250.000 Besucherinnen. Die Krönung war wie jedes Jahr der Umzug von 60 Gruppen von der Neuen Kelter zum Guntram-Palm-Platz vor der Schwabenlandhalle. Musikvereine, Sportvereine, Naturfreunde, Kunstverein, Kulturamt, Winzer und vieles mehr liefen wieder mit. Bei bestem Herbstwetter.

Die Festrede von Oberbürgermeisterin Gabriele Zull stand ganz im Zeichen ihres verstorbenen Ehemannes Martin. Sie hatte diesmal nicht ihr burgunderrotes Kleid an, sondern das Kostüm in braun und schwarz, mit dem sie getraut wurde. An einem Samstag feierten sie noch 28 Ehejahre, am folgenden Samstag verstarb er, am Samstag danach war die Beerdigung, am folgenden Samstag dann die Herbstrede. Sie hatte sich immer wieder vertreten lassen, da sie bei ihrem sterbenden Mann sein wollte, einem humorvollen und gottesgläubigen Musiker. Alle Zuhörerinnen standen nach der Rede auf und spendeten Beifall.

Anschließend gab es noch einen Empfang für geladene Gäste im Vorraum der Schwabenlandhalle, am folgenden Sonntag fand das Partneressen für die Partnerstädte mit Gemeinderätinnen und Rathausarbeitenden statt. Und nicht zu vergessen der verkaufsoffene Sonntag mit viel Spektakel und dem Feuerwerk am Abend.

Mein 58. Geburtstag

Diesmal habe ich in Fellbach gefeiert, im Zoey, neues Restaurant im ehemaligen Parkrestaurant. Neue Einrichtung und üppige Speisenkarte. Gute kellnerische Leistung. Wegen Pächterwechsel konnte ich diesmal nicht im Theaterhaus mit meinen Gästen Essen und Trinken.

Wir waren eine Gesellschaft von sechs Menschen und haben uns gut unterhalten. Ein Diplom-Ökonom, eine Bürokauffrau, ein Erzieher, eine Musikerin, ein Verkäufer von Jazztonträgern und ein Öffentlichkeitsarbeiter. Es gab tolle Geschenke, wir saßen drei Stunden zusammen am letzten Mittwoch Abend. Euch allen auf diesem Wege herzlichen Dank für das Kommen und die Offenheit untereinander. Es ist schön, solche Freundinnen zu haben.

Neujahrsempfang

Die Oberbürgermeisterin Gabriele Zull hatte geladen und der Hölderlinsaal in der Schwabenlandhalle war voll. Wie jedes Jahr wurden hier auch verdiente Bürgerinnen geehrt (mit der Ehrenplakette). Es ist schon erstaunlich, was einzelne Ehrenamtliche so alles leisten. Eröffnet und abgeschlossen wurde das Ganze mit einem Tenor, der in Fellbach aufgewachsen ist und einem Musikprofessor aus Fellbach, der am Klavier begleitete. Zuerst wurden die Gäste mit Franz Schubert eingestimmt, zum Schluß gab es zwei Schlager aus den 1920ern. Als weiteren Höhepunkt konnte mensch die frisch gebackene mehrfache Weltmeisterin in der rhythmischen Sportgymnastik bewundern, sie ist aus Rußland und beim Leistungszentrum des TSV Schmiden angesiedelt. Umrankt von üppigem Blumenschmuck hielt Frau Zull eine flammende Rede, auch gegen Faschismus. Sie erklärte erstmals offiziell, daß sie im September wieder kandidiert zur Oberbürgermeisterin. Die Schnittmengen zwischen ihr und der SPD sind im Übrigen recht groß, sie ist ja parteilos.

Hans Fickelscher zum 60.

Am 13. Dezember 2023 wurde der allseits bekannte und beliebte Jazzschlagzeuger und Perkussionist 60 Jahre alt. Er feierte am gleichen Tag abends beim Trompeter Matthias Schriefl als Zuhörer im Theaterhaus. Nach Zwischenstation beim Jazzbrunch im Freien Radio am 22.12.23 beging Hans das Ganze offiziell vor 400 Gästen am zweiten Weihnachtsfeiertag wiederum im Theaterhaus mit Größen der Jazzszene in Stuttgart und darüber hinaus. Dies war ein sehr kurzweiliger Abend mit einer großen Bandbreite vom Freien zum Zeitgenössischen zur Weltmusik. Berichtet hatten Stuttgarter Nachrichten, Fellbacher Zeitung, Rems-Zeitung, nur nicht die Waiblinger Kreiszeitung.

Am Meisten stolz ist er auf die frei improvisierten Aufnahmen seines Triologic mit Jasper van’t Hof am Bösendorfer und Greetje Bijma Gesang im legendären Studio MPS in Villingen-Schwenningen, erschienen als Langspielplatte. Hans Fickelscher ist Fachbereichsleiter Jazz/Rock/Pop an der Fellbacher Musikschule und hat viele Jahre in Schmiden gewohnt.

WuF

Dies ist die Abkürzung des Komikerduo Woody und Flo. Beide sind in Fellbach aufgewachsen und aus der Freundschaft aus dieser Zeit haben sich Benjamin Holzinger und Florian Ladenburger zusammengefunden um die Bühnen des Planeten zu erobern. Beide Multiinstrumentalisten arbeiten bei ihren Auftritten mit Sprachspielen. Dazu singt Benjamin und Florian begleitet ihn auf der Ukulele, der Kleingitarre. Beide treten hin und wieder in Fellbach und Umgebung auf, zuletzt für die Kultour Schmiden im Orfeo, wo normalerweie das hervorragende Programmkino im Gewölbekeller seine Filme zeigt.

Ein bekanntes Beispiel aus ihrem Programm: “Marmor, Stein und Eisen bricht” ist falsch. Richtig müßte es heisen: “Marmor bricht, Stein bricht und Eisen bricht”. Oder “Marmor, Stein und Eisen brechen, aber unsere Liebe nechen”. Also so ganz unkompliziert und logisch erfreuen die zwei ihr Publikum. Also nicht den nächsten Termin verpassen und ihr Buch kaufen, das Konzept beider ist einzigartig. https://woodyundflo.de/

Besinnungsweg

Der befindet sich am östlichen Ortsrand von Oeffingen hinaus zu den Feldern. Der Unternehmer Paul Rothwein (25 Jahre CDU-Stadtrat) hatte gemeinsam mit Oberbürgermeister Friedrich-Wilhelm Kiel (FDP) 1980 die Idee gehabt, epochale Kunstwerke auf die Äcker zu stellen. Alle Objekte wurden bei bedeutenden Weltkünstlerinnen in Auftrag gegeben. Mensch hatte sich Kunstschaffende herausgesucht, die an der Biennale Venedig oder der Documenta Kassel beteiligt waren. Im Falle von Oeffingen kamen fast nur tonnenschwere Plastiken heraus, sehr unterschiedlich in der Gestaltung, aber alle beeindruckend groß und zum Nachdenken anregend. Der gesamte Fußweg von und zu den Skulpturen beträgt 4 Kilometer. Getragen wird das Ganze von einem Förderverein. http://www.besinnungsweg-fellbach.de

zamma

bedeutet auf hochdeutsch zusammen, genau, das ist Schwäbisch. Eine Initiative aus der Diakonie Stetten, früher Anstalt. Dort leben und arbeiten geistig und körperlich Behinderte. Manche sind auch mehrfach beeinträchtigt. Die dritte Gruppe Schwerbehinderter, Menschen mit einer kranken Seele, kommen jedoch nicht dorthin, sondern nach Winnenden oder in das betreute Wohnen. Auch in Stetten werden viele Patientinnen in Außenwohngruppen verlagert.

Drei Sozialpädagoginnen leiten zamma, das zum Ziel hat, Menschen zu Inklusionsbegleiterinnen zu schulen. An der Volkshochschule Unteres Remstal (am Fellbacher Bahnhof) geht das vonstatten, dreimal freitags und samstags, also wie ein klassisches Seminar mit wie hier drei Modulen. Die Teilnehmerinnen sind ein bunter Haufen, alle mit dem Willen, Barrierefreiheit zu ermöglichen. Also Hindernisse aus dem Weg zu räumen um Teilhabe an Freizeit zu ermöglichen.

Kunststückle

Hierbei handelt es sich um ein brachliegendes Stück Acker, das im Besitz vom Pflanzen Kölle und der Gärtnerei Welz ist und dem Kunstverein überlassen wurde, das ist mittlerweile 4 Jahre her. Dort steht ein Bauwagen, eine Bühne, Sitze, Riesige Planen mit Kunswerken von bedeutenden Fellbacher Künstlerinnen. Und der Mount Öschbach, ein Hügel, auf dem in Sand gemeißelte Gesichter dreier Oberbürgermeister und von Birgit Held sind, die bis vor Kurzem Stadtteilleiterin für Schmiden und Oeffingen war und unter anderem auch der Kopf hinter den Weltwochen war. Das Ganze ist dem Mount Rushmore nachempfunden, wo vier Präsidenten der Vereinigten Staaten hineingemeißelt sind und gestaltet von Peter Heindorff. Die neue Saison wurde von einem wunderbaren Folk-Duo eröffnet, eine Delegation aus Suhareke mit Kulturamtsleiterin und vier Künstlern aus dem Fellbach-Haus verbrachte an diesem lauen Frühlingsabend ihren letzten Besuch vor dem Abflug zurück in den Kosovo. Das Grundstück befindet sich an der Stadtbahnlinie U1 zwischen den Haltestellen Esslinger Straße und Schwabenlandhalle, nördlich des Jugendhauses und der Boccia-Bahn.

cosmoacustico

Vor Kurzem spielte dieses Weltmusik-Quartett im Kunstvereinskeller am Rathaus auf. Kopf des Ganzen ist die Inderin Fauzia Maria Beg (Gesang). Ihr Musikgeschmack erstreckt sich weltweit, ein Zubrot verdient sie sich im Klassik-, Jazz- und Weltmusikscheibenhändler Einklang am Charlottenplatz in Stuttgart. Der Perkussionist Martin Romero, eng mit Fellbach verbunden, vertrat den lateinamerikanischen Kontinent als Kolumbianer, er lebt schon lange bei uns und war bei Gründung der Redaktion Jazz funkt im Freien Radio für Stuttgart dabei. Dazu noch Andrej Lebedev an der Gitarre, er ist Russe, was mensch aus der Musik nicht heraushört. Und als vierter Weltbürger spielte noch Andreas Renz aus Tübingen mit. Die Gruppe bot Musiktitel hauptsächlich aus Lateinamerika nach weiblichen Sängerinnen dar. Und das Ganze war also Weltmusik aus den Kolonien. Gleichzeitig tobte in der Musikschule ein Nachwuchskonzert von der Kulturgemeinschaft Fellbach, was wohl die ein oder andere hinderte in den legendären Keller des rührigen Kunstvereins zu gehen.