Gastbeitrag Joseph Michl

Liebe Mitglieder der ARGE Nord-Ost,

auch wenn es jetzt glücklicher Weise etwas kühler ist und heute sogar
geregnet hat:
Mit dieser E-Mail möchten wir Sie darauf aufmerksam machen, dass –
endlich! – wieder einmal eine Klima-Demonstration in Stuttgart stattfindet:

Klima- und Hitzeschutz JETZT!
am Sonntag, 23.8.2026, 19:30 Uhr, auf dem Schlossplatz in Stuttgart

Veranstalter ist die Ortsgruppe von Fridays For Future in Stuttgart. Wir
wissen leider noch wenig von der Demo, ausser dass sie stattfindet und
das Thema.

Klima- und Hitzeschutz sind aber hoch aktuell, sie waren von Anfang an
auch unser Thema in der ARGE Nord-Ost. Der Nordostring würde in hohem
Maße das Klima negativ beeinflussen und bei uns für noch mehr Hitze und
Trockenheit, gleichzeitig aber auch für schlimmere Hochwasser sorgen.
Zum Glück konnten wir Planung und Bau dieser Autobahn bis heute stoppen.
Seit kurzem haben wir allerdings erklärte Befürworter des Nordostrings
als Verkehrsminister, Frau Razavi als Landesverkehrsministerin in
Baden-Württemberg, und Steffen Bilger als Bundesverkehrsminister.

Heute, im Jahr 2026, brennt Europa – auch Deutschland. Flüsse fallen
trocken, Trinkwasser wird knapp, die Frucht verdorrt auf den Feldern,
tausende Menschen sterben den Hitzetod. Alleine in der Region Stuttgart
sind es mehrere Hundert. Das und mehr sind die dramatischen Folgen der
lang anhaltenden Hitze- und Dürreperiode, die wir seit Wochen auch bei
uns erleben. So schlimm diese Wetterkatastrophe ist, so sehr ist sie –
nach allem, was wir bisher von der weiteren Entwicklung unseres Klimas
wissen – doch das zukünftige Normal. Und wenn wir nicht schnell
einschneidende Maßnahmen für mehr Klimaschutz treffen, dann werden wir
oder unsere Kinder sich an diesen Sommer als einen eher kühlen erinnern.

Die bisherige Entwicklung können wir nicht mehr zurückdrehen. Wir können
es aber beeinflussen, wie sehr sich die Aufheizung des Klimas weiter
entwickeln wird. Jede und Jeder von uns trägt durch sein Tun dazu bei,
entweder die weitere Klimaerwärmung zu bremsen oder eben weiter zu
beschleunigen. Allerdings sind unsere Möglichkeiten hier begrenzt. Um
das Klima wirksam zu schützen, braucht es auch ein entschlossenes
Handeln der Politik. Nur diese ist in der Lage, schnell und in großem
Maßstab Maßnahmen einzuleiten, um den weiteren Anstieg der Temperaturen
zu vermeiden und die Menschen zu schützen.

Klimaschutz ist Menschenschutz. Dem Klima ist es egal, ob es ein paar
Grad wärmer oder kälter ist, und die Natur wird sich anpassen. Wenn es
für die eine Art zu ungemütlich wird auf der Erde, dann wird es für
andere Arten eben günstiger. Unser schöner Planet stirbt keinen
Hitzetod, das Leben auf der Erde geht weiter. Für die Menschen
allerdings zu extrem schlechteren Bedingungen.

Leider haben unsere jetzige Bundesregierung und auch die
Landesregierungen die Dringlichkeit und den Umfang des Problems der
Aufheizung unseres Klimas noch nicht erkannt. Anders ist nicht zu
erklären, wieso deutsche Bundes- und Landespolitiker dort, wo sie es
könnten, nicht im Sinne des Klimaschutzes handeln, ja sogar bestehende
Gesetze zum Schutz des Klimas aufweichen und Druck auf die EU ausüben,
es ihnen nachzumachen. Beispiele dafür sind Subventionen für fossile
Technologie, Benzinpreisbremse, Verbilligung von Flugtickets,
Abschaffung des Heizungsgesetzes der Ampel, Aufweichung des
Verbrennerverbots und Aenderung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG)
zulasten von Wind- und Solarstromerzeugung.

Klimaschutz kostet Geld, das ist klar. Es gibt aber viele Maßnahmen
gegen die Erderwärmung, die nichts kosten, ja sogar viel Geld sparen
würden, beispielsweise:

  • Einführung eines Tempolimits;
  • Stop des Neubaus von Straßen;
  • Stop der Flächenversiegelung;
  • Stop aller Subventionen, durch die das Klima zusätzlich aufgeheizt wird.

Die Politik kann und muss schnell und entschlossen handeln, damit sich
das Klima nicht immer schneller aufheizt. Vielleicht kann die Klima-Demo
am nächsten Sonntag dazu etwas Mut machen.

Herzliche Grüße

Ihr

Joseph Michl


ARGE Nord-Ost e.V.,
Vorsitzender: Joseph Michl, Franklinstr. 42, 70435 Stuttgart
E-Mail: michl@arge-nord-ost.de

Fräulein Wommy Wonder

Mal keine Politik und kein Jazz an dieser Stelle. Dafür Travestie und Kabarett. Auf der Alb heißen sie alle gleich, das ist so wie in Fellbach. Michael Panzer hat Theologie und Germanistik studiert und verkörpert seit 40 Jahren die üppige Wommy mit der Plastikperücke und einem immensen Freundinnenkreis. Seit Jahren schon kommt sie für fünf Wochen im Sommer ins Theaterhaus, so auch 2026 mit dem Thema “Alles muß raus!”.

Sie springt souverän von Kalauer zu Kalauer und denkt auch an die gerade stattfindende Sonnenfinsternis. Beispiel: kommt ein Mann aufs Polizeirevier: Herr Wachtmeister, ich habe meine Frau geamselt. Antwort: Sie meinten wohl gevögelt? Er: nein, erdrosselt. Nichts unter der Gürtellinie, jedoch etwas frivol und schlüpfrig. Zum Ausklang kam dann Elfriede Schäufele auf die Bühne, und die legte los. Da läßt sie alle Büttenrednerinnen beim Fasching blaß aussehen. Ebenso eine Figur von Michael.

Gee Hye Lee in der Kiste

Die Überfliegerin von der Musikschule in Fellbach trommelte am 1. August 2026 ein Quintett mit herausragenden Jazzmusikerinnen zusammen. Als da waren Ameli Schuster (voc) aus Berlin, Jakob Bänsch (tp) aus Köln und die Rhythmusgruppe bestand aus drei Stuttgarterinnen: Joel Locher (b), Marcel Gustke (dr) und eben Gee Hye Lee (p). Die Fünf legten an diesem lauen Sommerabend los, daß es eine Freude war. Schweißtreibend und zupackend. Der Stuttgarter Jazzclub Die Kiste, in der Gee vor Jahren ihre legendären Geenious Mondays veranstaltete, bot diesem Ausnahmetalent mal wieder eine Plattform. Hot nights, cool music war das Konzert überschrieben und nicht zu viel versprochen, die Kiste mit Stehplätzen und Barhockern, vor zwei Jahren umgebaut, war rappelvoll. Wenn du das Konzert verpaßt hast, Augen auf, Gee spielt immer wieder in den Jazzclubs in der Region Stuttgart.

Nachrichten aus Fellbach

Die zuverlässigsten Informationen liefert wöchentlich das Mitteilungsblatt der Stadt Fellbach, der Stadtanzeiger. Der hat nicht nur eine Veranstaltungsübersicht, sondern berichtet intensiv über wichtige Neuigkeiten in der Stadt. Wem das nicht reicht, sei die Fellbacher Zeitung ans Herz gelegt. Das dritte Buch dort berichtet zuverlässig über Gemeinderat, Kultur und Sport aus der Kappelbergstadt und darüber hinaus im Rems-Murr-Kreis. Bei den asozialen Medien gibt es noch eine Kappelberggruppe mit 12.000 Teilnehmenden. Meine Sendereihe “die Fellbächerin” im Freien Radio für Stuttgart ist nach 6 Jahren Geschichte, wird aber von “der Galeere” gefolgt mit dem Ausgangspunkt KunstWerk Fellbach.

Weltnachrichten gibt es am Besten täglich bei artejournal über zwanzig Minuten (auch Mediathek). Der Blick von hier richtet sich auf Nachrichten aus Frankreich und Deutschland und darüber hinaus. Tagesschau und heute sind nicht zu empfehlen, da die Schlagzahl der Nachricten dort so hoch ist, daß mensch sich nichts merken kann. Eine gute Wahl ist auch 3sat Kulturzeit, die werktags klug über 40 Minuten berichtet. Dies ist die beste Sendung im deutschsprachigen Fernsehen. Beim Radio macht der Deutschlandfunk die mit Abstand beste Arbeit.

Besinnungsweg Mitgliederversammlung

Vergangenen Freitag leitete Paul Rothwein (CDU) zum letzten Mal die Versammlung im Oeffinger Gemeindehaus. Er trat als erster Vorsitzender ab und hat gleich mit einer dicken Überraschung weitergeleitet. Der Oeffinger Gartenbauunternehmer und Stimmenkönig im Gemeinderat, Jörg Schiller (ehemals CDU, jetzt Stadtmacher) übernahm das Zepter. Als Paul vor 19 Jahren erster Vorsitzender des Besinnungswegs wurde, mußte er sich zuerst in das Thema Skulpturen einarbeiten. Und er wurde zum Übervater und Experte. Sein Bauunternehmen war immer zur Stelle. So konnten teilweise gigantische Kunstwerke eingeweiht werden.

Oberbürgermeisterin Gabriele Zull sprach ein wie immer launiges Grußwort. Das Erste, was sie von Fellbach aus dem Blick von Göppingen wahrnahm, war der Besinnungsweg. Die beiden Ortstheologen Pfarrer Markus Eckert und Diakon Martin Wunram waren ebenfalls gekommen. Und Ruth Lemaire (SPD). Und natürlich Doktor Heribert Sautter von der Galerie der Stadt Fellbach, der bei jeder Station die Kontakte zu den Weltkünstlerinnen herstellte und auch immer fleißig mit Rat und Tat zur Seite stand.

Werner und Fellbach

Heute bekamen Eric Gauthier und Werner Schretzmeier im Theaterhaus die Blechmedaille der Stadt Stuttgart verliehen vom Oberbürgermeister Doktor Frank Nopper. Dieser hatte in seiner unnachahmlichen Art in seiner Dankesrede Werner den Industriemechaniker aufgesprochen, er ist aber Industriekaufmann. Und aus dem Gassenhauer Dirty Dishes machte er Dirty Wishes. Nun gut. Zu diesem bescheidenen Anlaß wurde die Johnny Cash-Truppe aufgefahren, das Patrick Bebelaar-Trio, die Schauspielerinnen, alle 22 Tänzerinnen, die Kulturjournalistin Adrienne Braun und mehr.

Werner Schretzmeier hst folgende Dinge verbrochen: die Widerständler, Manufaktur, Hammerschlag, der goldene Sonntag, Hofmanns Geschichten, Theaterhaus, Jazz Gipfel, Osterjazz, United Jazz and Rock Ensemble, Mood Platten und so fort.

Gudrun wohnte seinerzeit im Hochhaus in Schmiden. Werner ist dort bei ihr eingezogen. Es übernachteten dort nach dem Konzert in der Manu unter anderen Ozzy Osborne. Die Nachbarinnen haben Gudrun Schretzmeier gemobbt, da sie keine Vorhänge in den Fenstern hatte. Sie leitete die Kostümabteilung beim SDR, Werner war dort als Autodidakt Regisseur.

Der ehemalige Fellbacher OB Guntram Palm hat Werner unter seine Fittiche genommen und den Burschen gefördert. Er erkannte das Talent. Ansonsten wäre aus ihm ein Zahnpasta-Produzent geworden.

Neues von der Fellbacher SPD

Wir sind die einzig wahre Opposition im Gemeinderat. Die Grünen und die CDU regieren ja im Land schon wieder zusammen. Stadtmacherinnen und Freie Wählerinnen sind speziell und eng mit der Stadt verbandelt.

Die SPD steuert schon auf die nächste Wahl in drei Jahren zu. Da gilt es, die 5 Sitze zu verteidigen oder zu erweitern. Wenn du dich berufen fühlst, dich um einen Platz auf unserer Liste zu bemühen, solltest du jetzt schon anfragen. Eine Kandidatur vier Wochen vor der Wahl macht keinen Sinn. Wichtig dabei: du solltest gut in der Stadt vernetzt sein, in den Vereinen und auch in der Partei. Mitglied werden mußt du nicht unbedingt, du kannst auch als parteilose Fellbächerin kandidieren, auch mit Behinderung und als Eingewanderte. Du kannst uns kennenlernen beim roten Salon, Weißwurstfrühstück oder unserer Weihnachtsfeier. Ansonsten sind unsere fünf Stadträtinnen immer ansprechbar. Das trifft auch auf den Vorstand zu.

Die Gemeinderatsliste der SPD hat 32 Plätze, so viel wie es Stadträtinnen gibt. Die Chancen gewählt zu werden, sind auf den vordersten Plätzen gegeben. Da wird es ein wenig Gerangel geben. Oder du machst es so wie Kreisrat Sebastian Bürkle: als auf Platz 32 Gesetzter auf Platz 1 vorgewählt zu werden. So was gibt es auch hin und wieder. Ich kann dir auch von mir sagen: das Amt des Stadrats ist mit viel Erfüllung verbunden.

Hektik

Typisches Stadtbild: in der linken Hand die Fluppe, in der rechten Hand das Klugfon und das Ganze während der Fortbewegung auf dem Gehweg und bei der Straßenüberquerung. So viel zum Thema Fußgängerinnen: immer bei Rot über die Ampel, auch wenn Autos vorbei fahren. Und reicht es nicht mehr zur Stadtbahn, wird gerannt in der Erwartung, daß jemand die Tür aufhält, was die Fahrerinnen zur Verzweiflung bringt, da es ihren Fahrplan zerhaut. Nein, einfach 10 Minuten zu warten, bis die nächste Bahn kommt, ist wohl undenkbar.

In Fellbach hatte ich es mehrfach erlebt, daß Autos bei Rot über die Fußgängerampel gefahren sind. Ohne Umsicht der Fußgängerinnen wäre da schon längst was passiert. Und einmal dachte ein Alkoholkranker, er müßte mich auf einer Rennfahrt zum Parkplatz des REWE in Schmiden über den Haufen fahren und gab dann mir noch die Schuld, nachdem glücklicherweise meine Schutzengel mich vor Schlimmen bewahrt haben.

Im Privatverkehr bin ich schon seit über 10 Jahren nicht mehr unterwegs, weil ich die ständige Drängelei und Nötigung nicht mehr ertrage. Ich fordere deshalb im gesamten Stadtgebiet von Fellbach Verkehrskontrollen mit saftigen Strafen. Das wird auch unsere Stadtkasse sanieren.

28. Hansel-Mieth-Preis 2026

Traditionell wird dieser herausragende Journalisten-Preis jährlich im Großen Saal des Fellbacher Rathauses verliehen. Dazu gehört auch das Grußwort der Hausherrin Oberbürgermeisterin Gabriele Zull. Ausgelobt wird das Ganze von der Reportagen-Agentur Zeitenspiegel in Weinstadt. Die 1998 verstorbene Fellbacherin Hansel Mieth, legendäre Photoreporterin und zeitweise auf der Straße lebend hat sich mit ihrem Partner in den Vereinigten Staaten ganz nach oben geknipst bis ins Life-Magazin. Das Soziale war ihr Thema.

Den ersten Preis haben dieses Mal Julia Kopatzki (Text) und Roderik Aichinger (Photos) geholt für die Reportage “Endlich allein” im FDP-Blatt von Robert Augstein “Der Spiegel”.Die beiden haben eine eine Woche dauernde Zeltausfahrt deutscher Schülerinnen nach Italien begleitet. Hierbei fiel auf, daß die Jugend viel zu wenig zu Wort kommt im Blätterrauschen. Moderiert wurde das Ganze von einem Kollegen von SWR 1-Leute, Jochen Stöckle war krank.

Die Festrede hielt Doktor Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur vom Stern, Geo und Capital, drei Schwergewichten unter den deutschen Zeitschriften. Die Schauspielerin Eva Hosemann las Auszüge aus der Reportage mit Projektion der Bilder. Und der Chor A-Capella-Ladies sang mit vier Liedern durch den Abend, beginnend mit der Opel-Hymne “What a wonderful World”. Stammt natürlich vom Jazztrompeter Louis Armstrong, der auch ein politischer Mensch war. Und mit der Bohemian Rhapsody von Queen klang der kurzweilige Abend dann auch aus.

49. Fiesta International

Na also, geht doch. Knapp 20 Nationalitäten feierten zusammen ein Fest ohne Animositäten. Das Ganze in Fellbach auf dem Guntram-Palm-Platz vor der Schwabenlandhalle. Essen und Trinken bis zum Abwinken, von den Einwandererinnenvereinen liebevoll zubereitet und ausgeschenkt. Dazu eine Bühne mit Darbietungen von Tänzen und Musik. Passend zur gegenwärtigen Hitzewelle. Hervorragend die Tänze aus dem Kosovo mit rot, weiß und schwarzen Trachten.

Oberbürgermeisterin Gabriele Zull gab wieder ihren Segen zur Eröffnung. Für sie ist es das zweitwichtigste Fest in Fellbach nach dem Erntedank-Herbst. Selbst das PLEKS war mit einem Zelt vertreten. Es ist dies ein Landeszentrum für Flüchtlinge, angesiedelt in Fellbach in Rufweite zum KunstWerk. Federführend bei der Gründung der Fiesta war seinerzeit Winfried Bauer, der mittlerweile die Bewegung für Demokratie und Vielfalt anführt.