Für Oberbürgermeisterin Gabriele Zull ist dieses Erntedankfest der Jahreshöhepunkt. Also mehr als Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Von ihr stammt wieder der Spruch zum Festival: “Neue Köpfe fürs Land, neuer Wein fürs Leben. Fellbach feiern, Zukunft geben!” Erwartet werden 250.000 Menschen bei den Schaustellerinnen und beim Umzug Morgen von der Neuen Kelter zur Schwabenlandhalle. Dort die mit Spannung erwartete Rede von Frau Zull, anschließend ein Empfang für geladene Gäste innen. Es folgt das Partneressen mit Stadträtinnen und Delegationen der Partnerstädte. Auch das Fellbachhaus kommt aus Suhareke im Kosovo. Viele Menschen in Fellbach stammen aus dieser Stadt, die jetzt aber endlich vom Zustand der Freundschaft zur Partnerstadt wechseln soll. Ebenso ist Ciriati in Kalabrien dringend die Partnerschaft zu verordnen. Der Bundesvorsitzende der Linkspartei, Luigi Pantisano MdB, stammt von dort und er hat in Fellbach Bauzeichner gelernt. Ein neuer Kopf, ebenso wie Cem Özdemir, der wohl noch nie in Fellbach war. Meine ehemaligen Parteifreundinnen aus der grünen Fraktion mögen mich korrigieren. Am Sonntag ist verkaufsoffen der Nord-Süd-Tangente entlang. Selbst die CDU traut sich auf die Piste mit einem Info-Stand.
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Rotrosagrün
Die letzten drei Landtagswahlen machen Hoffnung. In Sachsen-Anhalt verblödet die faschistische Partei, angeführt von einem Parfümverkäufer. Sarah und er werden wohl eine Regierung bilden, auch wenn es derzeit nicht danach ausieht. Der bsw ist als Antwort darauf zwei Wochen später nicht in die Parlamente von Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gewählt worden.
Nun hat meine Lieblingsregierung SPD-Linke-Grüne Hochkonjunktur. Es sieht so aus, daß in beiden Landtagen eine Mitte-links-Koalition gebildet wird. Und die Schmuddelkinder haben das Nachsehen, keine will mit ihnen regieren. Rotrosagrün gab es bereits in Bremen, Thüringen und Hamburg. Und im Bund hatte diese Koalition zweimal eine Mehrheit, 2005 und 2013. Leider wurde damals auf Betreiben der Milliardäre Angela Merkel (CDU) als Bundeskanzlerin inthronisiert und diese Chancen nicht genutzt. Gegenwärtig wird eine kurdische Ministerpräsidentin in Berlin bekämpft. Die Milliardäre verzapfen Unsinn: das israelische Kabinett ist faschistisch und diese Erkenntnis nicht judenfeindlich, der Gazakrieg ein Völkermord durch die Herren Smodrich und Ben-Gvir und Enteignungen stehen im Grundgesetz. Also alles Folklore gegenüber einer linken Partei, von der sich die Wählerinnen erhoffen, eine Mietminderung von 10 Euro zu bekommen. So wie damals 15 % die FDP wählten, da mensch dachte, dadurch 10 Euro weniger Steuern zu zahlen.
In Fellbach hat sich die Linke pulverisiert, die grünen Brutalos neigen eher zu den Konservativen, was der Landesregierung geschuldet ist. Und die SPD hält wacker die Existenz des Gemeinderats aufrecht. 160 Jahre Demokratie und Vielfalt läßt sich halt nicht einfach niederstimmen. Ach ja, der Fellbacher Gemeinderat hat Halbzeit. In zwei Jahren werden die Karten neu gemischt. Dann trete ich wieder an auf der SPD-Liste, weit vorne wäre schön.
Marktstand der SPD
Der Wahlkampf hat begonnen, die Plakate hängen schon. Am gestrigen Samstag waren bei ordentlicher Kälte vier Parteien auf dem Fellbacher Wochenmarkt: CDU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen. Es gab gute Gespräche, die Beschimpfungen hielten sich in Grenzen. Kinder waren fast keine da, sie mußten zu Hause bleiben. Immerhin hat es nicht geregnet oder geschneit. An unserem Stand war die Stimmung recht gut, auch wenn wir bei den Umfragen wesentlich unter unserem Wählerpotential liegen. Da ist noch Luft nach oben. Und wir hatten unter uns Politikerinnen von allen anwesenden vier Parteien untereinander einen entspannten Austausch. Das Engagement in einer Partei ist auch etwas Vielfältiges, Besonderes und sticht über viele Vereine hinaus. Natürlich geht es hier auch um das Verteidigen der Demokratie, die mit Haß und Rassismus zerstört werden soll. Also am nächsten Samstag, dem 7.2.26 heißt es wieder von 8 bis 12 Uhr: Armin ist am Stand der SPD und freut sich auf ein Wiedersehen.
Die Grünen in Fellbach und überhaupt
In der Kappelbergstadt gibt es einen Strippenzieher, der Betriebswirt beim Daimler war. Trotz allem gab es immer Chaos bei der Listenwahl für den Gemeinderat. Selbst 15 Jahre Fraktionsvorsitz hielt die Truppe nicht davon ab, Agata Ilmurzynska weg zu platzieren. Sie fiel aus dem Rat.
In Oeffingen ging es los: der mittellose Schüler Joschka Fischer wuchs dort auf. Er machte sich viele Gedanken, wie er mit wenig Einsatz zu viel Geld kommen konnte. So entdeckte er die grüne Partei, die er nach und nach mit seiner Seilschaft “die Realos” unterwanderte. Für Fritz Kuhn war dies eine Strömung. Die Fundamentalistinnen warfen 1991 das Handtuch, nachdem sie ihre Kandidatinnen für Vorstand und Bundestag gegen die Brutalos (Benennung durch Guillermo Aparicio+) nicht durchbrachten. Danach lief eine Säuberungswelle gegen die Linken in der Partei. Das überlebte nur Winfried Hermann, der Artenschutz genießt, da er linke Wählerstimmen bringt.
Die Lichtgestalt ist jetzt Cem Özdemir, der Ministerpräsident werden will. Regieren die Besetzerinnen des Landtags weiter mit der CDU (am 8. März 2026 ist Landtagswahl), kann er das vergessen, da die Kons viel stärker werden (abgesehen von den Faschistinnen) als die Fahrradfahrerpartei. Er hat kein Auto, ißt keine Tiere. Nun, der Erzieher und Sozialpädagoge hat jedoch eine Chance unter einer Ampel oder unter Grünrotrosa. Die Mehrheiten sind da, werden jedoch von den Scharfmacherinnen vereitelt werden. Und er hat auch keine Chance, so wie Kamal Harris, die drei Eigenschaften hatte, die ihr die Wahlniederlage brachten: sie ist Einwanderin, intelligent und eine Frau. Letzteres fällt bei Cem (59) weg. Eigentlich könnte er auch in Rente gehen mit seinen Millionen…
Podiumsdiskussion

Kurz vor der Gemeinderatswahl 2024 in Fellbach trafen wir uns zur einzigsten Podiumsdiskussion mit den amtierenden Fraktionsspitzen im Freien Radio. Es diskutierten über 3 Stunden in der Sendung ‘Die Fellbächerin’: Fabian Zahlecker, Ortsvereinsvorsitzender CDU, Andreas Möhlmann, Fraktionsvorsitzender SPD, Beate Wörner, Stadträtin und Ortsvereinsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, Martin Oettinger, stellvertretender Fraktionsvorsitzender Freie Wählerinnen/Freie Demokratinnen und Simone Lebherz, Stadtmacherin. Außer Fabian sind alle wieder (in Fraktionsstärke) im neuen Fellbacher Gemeinderat vertreten.
Der Genosse amokfisch hat die Meute zusammengetrommelt und außerdem einen Mitschnitt von der Sendung (auf Nachfrage).
40 Jahre Grüne in Fellbach
Vor ein paar Tagen hatten Bündnis 90/Die Grünen in die Weinstube Heid geladen. Anlaß war der 40. Geburtstag der Partei in Fellbach. Es gab lecker Essen und Trinken. Die beiden Ortsvereinsvorsitzenden Beate Wörner und Tadeusz Rzedkowski haben kurz begrüßt. Überall hingen alte Wahlplakate der Partei für die letzten Gemeinderatswahlen. Die beiden Urgesteine Eberhard Decker-Hauf und Ulli Posselt wurden befragt auf einem Sofa. Danach kam die Landtagsabgeordnete Swantje Sperling zum Zug. Sie war in ihrem früheren Leben grüne Kreisvorsitzende Rems-Murr. Leider war keine Pressevertreterin da und auch niemand der anderen Parteien. Frau Zull mußte kurzfristig absagen.